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Neue Folgen von „Der Klügere kippt nach“ : #DKKN: Altherrenwitze und recht wenig Alkohol

vom
Aus der Onlineredaktion

Alkohol im TV: Umstritten, aber potenziell lustig. Aber bei „Der Klügere kippt nach“ klappt das nicht. Eine TV-Kritik.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2015 | 10:30 Uhr

Hamburg | Die Idee für „Der Klügere kippt nach“  ist nicht revolutionär, aber auch nicht verkehrt. Schließlich gibt es erfolgreiche Vorbilder wie  „Inas Nacht“, „Zimmer frei“ oder „Roche & Böhmermann“ (hier zu sehen: Die skurrilsten Alkoholexzesse im TV). Doch Hugo Egon Balder, Hella von Sinnen, Wigald Boning und Désirée Nick mühen sich in weiten Teilen vergebens. Und noch nicht einmal gesoffen wird richtig!

„Der Klügere kippt nach“ ist ein Versuch des Spartensenders Tele 5, mit großen Fernsehnamen ein größeres Publikum zu erreichen  Am 6. April 2015 startete die erste Staffel, seit Dienstag, 26. Oktober läuft die Fortsetzung montags um 22.10 Uhr.  Die Idee: „Ein gemütlicher Abend unter Freunden“,  bei dem auch das eine oder andere Bierchen getrunken wird. Schauplatz ist Hugo Egon Balders Kneipe „Zwick“ auf St. Pauli. Mitstreiter sind Hella von Sinnen, Wigald Boning und Désirée Nick.

Los ging es mit Bonings Sammlung von Autogrammkarten unbeliebter Promis. Eine lustige Idee, und es hätte ein gelungener Auftakt werden können. Aber es wurde, leider, ein Monolog von Désirée Nick, gespickt durch Balders Altherrenwitze: „Mein Penis war im Guinnessbuch der Rekorde. Aber dann hat man mich aus der Buchhandlung geworfen.“ - Nein, nicht lustig.

Das Publikum wirkte derweil trinkfreudiger als die Stammgäste und musste wiederholt von Hella von Sinnen in die Schranken gewiesen werden. Bis dahin hielt sich von Sinnen, untypisch für sie, im Hintergrund. Denn Nick redete und redete.

Boning als Moderator hatte offenbar einen Plan, allerdings einen schlechten: „Ich habe eine Themenliste vorbereitet. Die wird abgearbeitet!“

Kein Mensch will dann als Überleitung Sätze hören wie: „Ich habe ja immer einen Salzstreuer dabei. Ist Salz eigentlich schlecht für die Gesundheit?“ Den Titel der Sendung ignorierten die Protagonisten derweil weitgehend, warum auch immer. Die Gläser auf dem Rednertisch blieben bis zum Ende unberührt. Der Vorsatz vom Beginn der Sendung, nicht mehr so viel zu trinken, schien zunächst geheuchelt, wurde dann aber tatsächlich ernst genommen.

Hella von Sinnen war es, die bei den Themen Prostitution und Homosexualität für kleine Höhepunkte in einer flachen Sendung sorgte. Während sich Nick etwa in einen geschmacklosen Vergleich von Lesben mit Filzläusen hochschaukelte, gab von Sinnen Kontra und stellte ernst gemeinte Fragen. Hier entwickelte sich kurz ein wirkliches Gespräch - bis es dann wieder hieß: nächstes Thema.

Fazit: Das muss man nicht sehen. Die Provokation, Alkohol im Fernsehen zu trinken, reicht nicht. Ohnehin wurde viel weniger Alkohol konsumiert, als die Ankündigungen vermuten ließen. Und dann wurde es nicht locker, sondern dumpf und platt.

Unter dem Hashtag #DKKN wurde während und nach der Sendung fleißig getwittert. Eines kann man nicht leugnen: Désirée Nick spaltet die Meinungen und zieht die Zuschauer. So war direkt nach der Sendung der Hashtag #DKKN unter den Top-5 der Deutschland-Trends.

 

 

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