Lernplattform : Digitale Super-Uni für Hamburg

Das Hauptgebäude auf dem Hamburger Universitätsgelände.
Das Hauptgebäude auf dem Hamburger Universitätsgelände.

Hochschulen und Stadt arbeiten an gemeinsamer Online-Lernplattform. Akademische Lernangebote sollen vernetzt und völlig neue digitale Lernformen geschaffen werden.

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27. November 2014, 10:07 Uhr

Es soll so etwas wie eine riesige Online-Universität werden, die jedermann offensteht: Hamburg arbeitet an einer gemeinsamen Lernplattform seiner staatlichen Hochschulen. Laut Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) entwickeln Vertreter der Hochschulen und der Stadt unter dem Arbeitstitel „Hamburg Open Online University“ derzeit Grundzüge einer gemeinsamen Digitalisierungsstrategie. Ziel sei, akademische Lernangebote zu vernetzen und völlig neue digitale Lernformen zu schaffen. Wie Scholz bei der Konferenz Campus Innovation ankündigte, werde es sich um ein nicht-kommerzielles Angebot handeln. Eine erste Probeversion der Plattform soll im ersten Halbjahr 2015 zur Verfügung stehen.

Die digitale Super-Uni werde den herkömmlichen Lehrbetrieb ergänzen, betonte der Bürgermeister. „Forschen und Lehren im unmittelbaren Kontakt zwischen Professoren aller Gender und den Studierenden – und zwischen den Studierenden untereinander – das wird man trotz ausgefeiltester virtuell-technischer Möglichkeiten nie wirklich ersetzen können.“

Lehrangebote sollen dabei auch außerhalb der Uni zugänglich werden, um bisher nicht erreichte Zielgruppen zu erschließen. Daraus ergäben sich ganz neue individuelle Bildungskarrieren und erleichterte Übergänge, etwa von der Schule zur Hochschule.

Die Online-Plattform sollen die Hochschulen selbst entwicklen und betreiben, kommerzielle Anbieter blieben bewusst außen vor, so Scholz: „Um es ganz klar zu sagen: Ich möchte nicht, dass irgendwann einmal ein internationaler Monopolist diktiert, welche Inhalte an Hamburger Hochschulen gelehrt werden und welche nicht.“

Während sich die Hochschulleitungen – darunter die der Universität, der TU, der HAW und der Helmut-Schmidt-Uni – offen zeigen, sind Studierendenvertreter skeptisch. Der AstA-Vorsitzende Moritz Lamparter argwöhnt, die Online-Uni leiste der Senkung von Bildungsausgaben Vorschub. „An allen Enden fehlt dafür das Geld. Wenn ich dann höre, wie über die Digitalisierung diskutiert wird und gleichzeitig langfristig gespart werden soll, kommt schon der Verdacht auf, dass Einzelne sich erhoffen, dadurch effektiv Geld zu sparen.“

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