Digitalisierung der Logistikbranche : Digital Hub Logistics: Hamburg bringt Neu und Alt an einen Tisch

Containerschiffe werden in Hamburg im Hafen entladen.
Containerschiffe werden in Hamburg im Hafen.

Ideen sind gefragt: Das Projekt soll Startups, Großfirmen, mittelständische Unternehmen und Wissenschaft verknüpfen.

shz.de von
30. August 2017, 18:38 Uhr

Hamburg | Die Hoffnungen sind immens, die Herausforderungen allerdings auch: Hamburg will der Digitalisierung der wichtigen Logistikbranche mit einem neuen Ideenlabor den entscheidenden Schub verleihen. Das Digital Hub Logistics solle Startups, Großfirmen, mittelständische Unternehmen und Wissenschaft zusammenbringen, „um die digitale Transformation des Transportwesens voranzubringen“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) am Mittwoch beim Start der Einrichtung. Diese ist zunächst im Coworking-Zentrum Mindspace am Rödingsmarkt angesiedelt, soll im kommenden Frühjahr aber in größere Räume in der Speicherstadt umziehen.

Die Bedeutung der Logistik für den Standort ist kaum zu überschätzen. 320.000 Menschen arbeiten in der Metropolregion Hamburg im Bereich der Transportwirtschaft, weit mehr als beispielsweise bei Hafenunternehmen. Die Stadt ist als Knotenpunkt von See-, Straßen- und Bahnverkehren eine der wichtigsten Drehscheiben des globalen Warenaustauschs. 

Für diese Logistikbranche bedeute die Digitalisierung einen „Quantensprung“, sagte Peer Witten, Chef der Logistik Initiative Hamburg, einem der Treiber des Vorhabens. Entscheidend sei das Zusammenwirken vieler Player in dem Logistik-Thinktank, der interdisziplinäre Ansatz. Im neuen Zentrum entwickelt laut Witten nicht mehr jeder „im stillen Kämmerlein“ vor sich hin, „Old und New Economy“ machten vielmehr gemeinsame Sache. Die Latte liegt freilich hoch. Der Wirtschaftssenator hofft auf zahlreiche Firmenausgründungen, ja auch auf den ein oder anderen „Leuchtturm“ als Ergebnis der Arbeit. 

Es handelt sich um eines von bundesweit zwölf Digitalisierungs-Hubs, die vom Bund angestoßen wurden. Die Hamburger Wirtschaftsbehörde fördert die Startphase mit 200.000 Euro, die Finanzierung der konkreten Projekte sollen beteiligte Formen selbst schultern.

Tatsächlich sitzen im Hub große Firmen wie HHLA, Lufthansa Industry und MSC mit innovativen Mini-Firmen an einem Tisch und tüfteln gemeinsam daran, Informationsflüsse und Verkehrsströme auf elektronischem Wege zu optimieren. Wissenschaftliche Unterstützung kommt unter anderem vom Fraunhofer Institut. 

Mit von der Partie ist das junge Hamburger Unternehmen NautilusLog, „Wir arbeiten an einem digitalen Logbuch für die Schifffahrt“, sagt Geschäftsführer Otto Klemke. Ziel sei es, dass die Seeleute an Bord auf dem Smartphone alle wichtigen Information zum laufenden Transportauftrag abfragen können. Klemme: „Der Digital Hub Logistics kommt für uns genau zum richtigen Zeitpunkt, da er uns mit den Akteuren für unsere App vernetzt.“

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