Kommentar zu Abstieg und Krawallen : Diesen Abschied hat der HSV nicht verdient

Douglas Santos hält sich nach dem Spiel die Hand vor das Gesicht. Der HSV ist erstmals zweitklassig.
Douglas Santos hält sich nach dem Spiel die Hand vor das Gesicht. Der HSV ist erstmals zweitklassig.

Feuerwerkskörper, Spielunterbrechung, Polizeieinsatz: Der HSV hätte etwas besseres verdient als „kriminelle Idioten“.

shz.de von
12. Mai 2018, 19:32 Uhr

Dieser Abschied ist unwürdig. Die Mannschaft hat alles gegeben und sich erhobenen Hauptes verabschiedet. Das kann man von einigen kriminellen Idioten – als "Fans" sollte diese Chaoten niemand bezeichnen – leider nicht behaupten. Sie haben sich wahrscheinlich sogar über den Abstieg gefreut. Hätte der Dino sich in die Relegation gerettet, wären ihre sorgfältig geplanten Ausschreitungen ja vermutlich ausgefallen. Einfach nur traurig, was diese vermummten Gestalten veranstalteten.

Hoffentlich schafft es die Polizei, zumindest einige dieser Kriminellen zu identifizieren. Diese müssen dann angemessen bestraft werden und sollen vor allem endlich aus dem Stadion verschwinden. Dieser HSV hat viele tolle Fans, die auch in der Not zu ihrem Verein stehen und diesen immer vorbildlich unterstützen – auch diesmal. Sie und der Dino haben nicht verdient, dass ihr Ansehen durch eine Minderheit von Krawallmachern zerstört wird.

Rein sportlich ist der Abstieg verdient. Trotz allem tut er weh. Gerade, weil das Wunder schon so nahe war. Da wäre der sang- und klanglose Abschied aus der Erstklassigkeit, der noch vor einigen Wochen drohte, fast angenehmer gewesen. Aber das hätte nicht zum Dino gepasst. Der wandelte schließlich schon seit Jahren am Abgrund. Diesmal ist er nun tatsächlich abgestürzt.

Wenn man nur die Leistungen der vergangenen Wochen betrachtet zu Unrecht. Wer jedoch die Entwicklung in den vergangenen Jahren betrachtet, muss eingestehen, dass der Abstieg verdient ist.  Ein Unternehmen, das so viele Fehler macht wie der HSV und so viel Geld sinnlos verbrennt, muss irgendwann zwingend Konkurs anmelden. Nun hat der sportliche Offenbarungseid den Traditionsverein erreicht. Bleibt nur zu hoffen, dass die Bundesliga-Uhr in einem Jahr wieder weiterläuft.

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