Anstoss - Die HSV-Kolumne : Dienst nach Vorschrift reicht nicht mehr

Lars Zimmermann
Lars Zimmermann

Sakai könnte Diekmeier auf die Bank verdrängen - findet unser Kolumnist Las Zimmermann.

shz.de von
26. Juli 2015, 06:00 Uhr

Hamburg | Die Verpflichtung des Japaners Gotoku Sakai ist ein Warnsignal für Dennis Diekmeier. Unbändiger Willen, enormer Ehrgeiz – der Japaner verkörpert all das, was dem ungemein talentierten Diekmeier zur großen Karriere fehlt. Deshalb ist es vorstellbar, dass der bisherige Rechtsverteidiger für Sakai weichen muss und sich auf der Bank wiederfindet.

Die Hoffnungen, dass Diekmeier die Kurve kriegt und sich zum Spitzenspieler entwickelt, dürften beim HSV vermutlich die meisten aufgegeben haben. Er hat enormes Potential, ruht sich aber auf seinem Talent aus. Hätte er den Charakter eines Heiko Westermann, wäre er längst Nationalspieler. Tatsächlich ist Diekmeier nur ein durchschnittlicher Bundesligaspieler.

Bezeichnend waren seine Tattoo-Foto-Shootings mit der Ehefrau, als der HSV gegen den Abstieg kämpfte. So wie die Hamburger in der vergangenen Saison spielten, waren solche Glamour-Bilder in irgendwelchen Zeitungen nicht angebracht. Was Diekmeier privat macht, ist seine Sache. Aber wenn die Leistung nicht stimmt, ist ein wenig Zurückhaltung empfehlenswert. Sonst entsteht der Eindruck, dass ein verwöhnter Jungstar die Bodenhaftung verloren hat.

Ob das auf Diekmeier zutrifft, mag dahin gestellt sein. Dass er sich mit dem HSV identifiziert, kann ihm nicht abgesprochen werden. Was er auf dem Platz zeigt, ist aber definitiv zu wenig. Und passt auch nicht zu Trainer Bruno Labbadia. Der steht wie Sakai für Ehrgeiz und unbändigen Kampfgeist. Ein lethargischer Kicker wie Diekmeier mit seiner Dienst-nach-Vorschrift-Mentalität dürfte deshalb nicht zu seinen Lieblingen gehören.

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