Anstoss - Die HSV-Kolumne : Die wichtigsten Spiele kommen noch

Lars Zimmermann
Lars Zimmermann

Gegen Freiburg und Stuttgart müssen Punkte her.

shz.de von
03. Mai 2015, 06:00 Uhr

Hamburg | Wer hat die besten Nerven? Fußballerische Fähigkeiten rücken beim Kampf um den Klassenerhalt in den Hintergrund. Die Entscheidung, ob die Bundesliga-Uhr für den HSV weiter tickt, fällt allerdings nicht gegen Mainz. Viel wichtiger sind die danach folgenden Duelle gegen die direkten Konkurrenten Freiburg und Stuttgart. Holen die Hamburger aus diesen beiden Spielen sechs Punkte, ist sogar der direkte Klassenerhalt drin. Gehen beide Partien verloren, geht’s runter in Liga zwei. Bei drei oder vier Punkten könnte es für den Relegationsplatz reichen.

Das wird auch den Spielern bewusst sein, die unter noch größerem Druck als in der vergangenen Saison stehen. Da konnten sich die Hanseaten darauf verlassen, dass Braunschweig und Nürnberg noch blinder sind. Diesmal punkten die direkten Kontrahenten zwangsläufig, weil sie gegeneinander antreten. Für den Klassenerhalt wird deshalb nicht entscheidend sein, ob Trainer Bruno Labbadia die Offensive stärkt und den Gegner mit taktischen Meisterleistungen aus dem Konzept bringt. Viel wichtiger ist, dass die Nerven halten und die Mannschaft nicht, wie schon so häufig in dieser Saison, nach dem ersten Rückschlag zusammenbricht.

Das Spiel gegen Augsburg gab noch keine Aufschlüsse, ob Labbadia das Selbstvertrauen nachhaltig gestärkt hat. Wie Lasogga den Siegtreffer erzwang, war beeindruckend. Wie die Mannschaft nach einer 2:0-Führung durch den Anschlusstreffer der Augsburger völlig den Faden verlor, war dagegen beängstigend. Auch die nicht angebrachte Euphorie nach dem Sieg, kann kontraproduktiv sein. Denn gerade die Schwankungen zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt sind ein Grund für den Niedergang des HSV. Und könnten den Verein angesichts der Ausgangslage diesmal endgültig in den Abgrund reißen.

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