Hamburger Mammut-Projekt : Die Kräne sind weg: Die Elbphilharmonie ist nackt

Erstmals sieht es rund um die Elbphilharmonie nicht mehr nach Baustelle aus. Der Abbau der Kräne hatte sich durch heftige Winde verzögert.

shz.de von
16. Juli 2015, 10:40 Uhr

Hamburg | Hamburg So „nackt“ haben die Hamburger ihre Elbphilharmonie noch nicht gesehen: Am Dienstagabend ist an dem gläsernen Konzerthaus der letzte Kran verschwunden. Bauarbeiter demontierten die 120 Meter hohe, leuchtend rote Konstruktion Stück für Stück und beförderten die Teile zum Boden. Zuletzt hatten heftige Winde den Abbau des Riesenkrans noch um ein paar Tage verzögert.  Nun ist erstmals seit Baubeginn im Jahr 2007 der Blick völlig frei auf die zum neuen Wahrzeichen der Hansestadt auserkorenen Elbphilharmonie.

Das Krangerüst konnte weg, weil die Arbeiten an der markanten Dachkonstruktion endgültig abgeschlossen sind. Diese hatten in den zurückliegenden Jahren immer wieder für Streit zwischen Architekten, Baukonzern Hochtief und der Stadt gesorgt. Mit der Neuordnung der Verträge – und einer nochmaligen Kostenerhöhung um 200 Millionen auf 789 Millionen Euro - hat der Senat auch diese Kuh vom Eis geholt. Der Bau befinde sich „wunderbar im Zeitplan“ schwärmt nun die leidgeplagte Kultursenatorin Barbara Kisseler.

Äußerlich ist der Glaspalast auf dem ehemaligen Kaispeicher A damit so gut wie fertig. Im Inneren freilich ist bis zum Eröffnungskonzert am 11. Januar 2017 noch einiges zu tun. Die nächsten Meilensteine auf dem Weg dorthin sind die Fertigstellung der sagenumwobenen „Weißen Haut“ im Großen Konzertsaal zum 31. Januar 2016, die Übergabe des Gesamtbauwerks an die Stadt bis zum 30. Juni 2016, die Eröffnung des Fünf-Sterne-Hotels Westin im Oktober 2016 sowie die endgültige Abnahme durch die Stadt bis zum 31. Oktober 2016. Noch bevor die ersten Konzertbesucher kommen, soll die Öffentlichkeit Anfang November kommenden Jahres die Plaza der Elbphilharmonie in Beschlag nehmen dürfen.

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