Auszeichnung für Londoner Museumschef : Deutscher Nationalpreis für Neil MacGregor

Mit der Ausstellung „Germany - Memories of a Nation“ will Neil MacGregor, Direktor des British Museum, Klischees verbannen und Vorurteile abbauen.
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Mit der Ausstellung „Germany - Memories of a Nation“ will Neil MacGregor, Direktor des British Museum, Klischees verbannen und Vorurteile abbauen.

Wer die große Ausstellung zur deutschen Geschichte in London noch sehen will, stößt im Internet auf den Hinweis „sold out“. Der „Vater“ der Schau im Britischen Museum bekommt jetzt den Deutschen Nationalpreis.

shz.de von
21. Januar 2015, 12:27 Uhr

Hamburg/London | Der Direktor des Britischen Museums in London, Neil MacGregor, bekommt in diesem Jahr den Deutschen Nationalpreis. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung werde dem Schotten am 16. Juni in Berlin übergeben, teilte die Deutsche Nationalstiftung am Mittwoch in Hamburg mit.

Der britische Kunsthistoriker, das Team des Britischen Museums und das BBC Radio 4 hätten sich um das Verständnis Deutschlands in Großbritannien in außergewöhnlicher Weise verdient gemacht, hieß es zur Begründung. Das Britische Museum zeigt seit Oktober die Sonderausstellung „Germany - Memories of a Nation“ über 600 Jahre deutsche Geschichte. BBC sendet begleitend eine Serie auf Radio 4.

„Neil MacGregor hat in England ein Bild von Deutschland geschaffen, wie wir es hier auch zeigen müssten, sagte der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung, Dirk Reimers. Er schlage den Bogen von der Kleinstaaterei bis zum Mauerfall.“ Die Ausstellung ist dabei, das Deutschland-Bild in Großbritannien zu ändern. „MacGregor ist seit 2002 Direktor des Britischen Museums. Seitdem habe sich die jährliche Besucherzahl von zunächst drei Millionen verdoppelt, hieß es von der Stiftung. 2011 erschien in Deutschland sein Buch „Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten“. „Die Ausstellung ist für mich eine Herzenssache“, wird MacGregor in einer Mitteilung zitiert. Um Deutschland besser zu verstehen, müsse man mehr kennen, „als die zwölf Jahre der Nazizeit“.

Seit 1997 ehrt die Deutsche Nationalstiftung jährlich Menschen, die sich um die Einheit Deutschlands oder die Einbettung Deutschlands in Europa verdient gemacht haben. Erster Preisträger war die Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden. Im vergangenen Jahr, 25 Jahre nach dem Mauerfall, wurden die Initiatoren der Leipziger Montagsdemonstrationen ausgezeichnet.

Die Stiftung war 1993 unter anderem von Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt, dem Unternehmer Michael Otto und dem Verleger und Publizisten Gerd Bucerius gegründet worden.

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