Nach Entscheidung des Bundesrats : Deutlich mehr Tempo-30-Zonen in Hamburg geplant

<p>Tempo 30 kann künftig vor Schulen, Kitas und Seniorenheimen auch auf Vorfahrts- und Durchgangsstraßen leichter angeordnet werden. </p>
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Tempo 30 kann künftig vor Schulen, Kitas und Seniorenheimen auch auf Vorfahrts- und Durchgangsstraßen leichter angeordnet werden.

Der Bundesrat hat den Weg für mehr Tempo-30-Zonen freigemacht. Hamburgs Innenbehörde plant jetzt die Umsetzung.

shz.de von
13. März 2017, 10:31 Uhr

Hamburg | Wird Hamburg zur Tempo-30-Zone? Das wohl nicht, doch es werden in diesem Jahr deutlich mehr Bereiche mit 30 km/h Höchstgeschwindigkeit in der Stadt entstehen. Am Freitag passierte die Veränderung der Straßenverkehrsordnung und die dazugehörige Verwaltungsvorschrift den Bundesrat.

Auf Straßenabschnitten vor Schulen oder Kitas ist das Unfallrisiko besonders hoch. Viele Autofahrer halten sich nicht an Warnschilder. In Berlin wurden sogar Schülerlotsen abgezogen, weil es im Straßenverkehr zu gefährlich wurde.

Insbesondere vor Kitas, Schulen, Alten- und Pflegeheimen oder Krankenhäusern solle die Geschwindigkeit demnach „in der Regel auf Tempo 30“ beschränkt werden. Das Ziel: Unfallzahlen senken. Bislang musste nachgewiesen werden, dass eine Verringerung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit mehr Sicherheit bringt. Künftig soll eine „abstrakte Gefahr“ reichen.

Betroffen könnten in Hamburg die Straßenabschnitte vor 350 Schulen und 1065 Kitas sein, berichtet das „Hamburger Abendblatt“. Hinzu kämen Bereiche vor Alten- und Pflegeheimen oder Kliniken. Auf Empfehlung des Verkehrsausschusses schränkte der Bundesrat die Neuregelung so weit ein, dass beispielsweise mehrspurige Straßen mit viel Verkehr davon ausgenommen bleiben können. Denn wenn Buslinien aus dem Takt geraten oder die Autofahrer auf Strecken beispielsweise durch Wohngebiete ausweichen, könnten die Nachteile größer sein als die Vorteile. Auch in Hamburg werde man darauf achten, „dass die Leichtigkeit des Verkehrs erhalten bleibt“, hieß es aus der Innenbehörde.

Die Änderung könnte zudem künftig bedeuten, dass es einer Begründung der Straßenverkehrsbehörde bedarf, wenn vor einer der genannten Einrichtungen nicht Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit angesetzt werde.

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