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Start der fünften Staffel : Der Tatortreiniger: Neue Folgen im Dezember

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Er ist zurück. Bjarne Mädel als „Schotty“ begeistert in „Der Tatortreiniger“ Fernsehpublikum und Kritiker. Ab kommenden Donnerstag, 17. Dezember sendet der NDR sechs neue Folgen.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2015 | 16:24 Uhr

Hamburg | Drei Männer im Wald: „Moin“. „Moin“. „Moin“. „Spurensicherung ist gerade weg.“ „Der Förster?“ „Ja, der Förster.“ „Nicht der Gärtner.“ „Was für ein Gärtner?“ „Na sagt man doch so.“ „Der Mörder war immer der Gärtner.“ „Aber hier geht es ja um den Förster.“ „Ach, der Förster war der Mörder?“ „Nee, der Förster war das Opfer.“ „Und was ist mit dem Gärtner?“ „Es gibt gar keinen Gärtner.“ „Schon allein deshalb kann er nicht der Mörder sein.“ Es sind Gespräche, wie sie das Leben nicht schreibt. Mizzi Meyer zaubert sie mit so viel Liebe zu subtilen und dynamischen Dialogen, dass es Spaß macht. Und so wunderte es kaum, dass der Tatorteiniger allein schon zwei Mal mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Es ist einfach gut.

Vor vier Jahren lief „Der Tatortreiniger“ mit Bjarne Mädel erstmals über die deutschen Fernsehbildschirme. Zunächst versteckt im Spätprogramm des Norddeutschen Rundfunks entwickelt sich die Reihe schnell zu einem hochgelobten und von den Zuschauern geliebten Format.

Schotty ist der Tatortreiniger. Und Bjarne Mädel ist Schotty. Einer, der herzensgut ist, pragmatisch, mit Ratschlägen und offenem Ohr, interessiert an anderen, aber auch daran, ihnen seine Meinung zu verkaufen. Kurzum: Schotty Quasselstrippe lässt sich ständig in Gespräche verwickeln. Dabei soll er ja eigentlich putzen. Jede Folge beginnt mit Blut. An einem anderen Tatort. An einem anderen Drehort. Auftritt Schotty, eigentlich Heiko Schotte, Gebäudereiniger, Gründungsmitglied im FC Dieter im Stammlokal 1887, mit Goldkette und fettigen Haaren in einem Pferdeschwanz zusammengebunden, natürlich mit Tatort-Handy-Klingelton. Seine Jobbeschreibung: „Meine Arbeit fängt da an, wo sich andere vor Entsetzen übergeben.“ Oder auch: „Ich putz Blut und Scheiße weg“. Nach dem Anblick eines aufgeplatzten Schädels lässt sich aber dennoch ein Wurstbrot verspeisen. Er ist da nicht so.

Auch die aktuellen Folgen handeln von, na klar, Blut: in einer Waldhütte, in einem Eissalon, Labor, Geschäft oder einer Privatwohnung. Es hagelt Lebensweisheiten: „einen Moment nicht aufgepasst, und schon stehst du vorm Standesamt. Und während du noch darüber nachdenkst, wie das denn passieren konnte, hast du vier Kinder und eine haarige Katze.“ Oder aus Richtung Schnurrbart: „Sicherheit ist das Wesentlichste“. Schotty hat eine Freundin, „die aussieht wie ein Model, gut, die ist jetzt gerade im Moment nicht mit mir zusammen, aber prinzipiell schon“. Daher macht er Frauen-Fasten, ein Jahr lang, vor zwei Tagen hat er angefangen. Der dritte Tag ist der härteste.

Bjarne Mädel ist großartig, spielt großartig, als könnte es nicht besser gehen, doch alles andere ist auch großartig. Die rasante Regie von Arne Feldhusen, die Bücher der Autorin Mizzi Meyer, die eigentlich Ingrid Lausund heißt, was bislang keiner wusste. Erst bei der diesjährigen Preview in dieser Woche eröffnete die Regisseurin und Autorin im Deutschen Schauspielhaus ihre Mizzi-Meyer-Identität.

Eigentlich könnte Schotty auch Alleinunterhalter sein, wenn nicht die Schauspieler, die sich als Gäste in Schottys Welt begeben, so gut wären: der wunderbar komische Olli Schulz als Kumpel aus dem FC Dieter, die zauberhafte und wunderschöne Verena Mundhenke alias Emma 206, genau wie die hysterische Annika Meier alias Dagmar, sowie das Mörder-Pärchen Ralf und Heidi, gespielt von Niels Bormann und Stephanie Stremler. Und sogar Uwe Seeler hat seinen Mini-Auftritt: ganze 15 Sekunden lang.

Am Ende heißt es: Bis zur nächsten Leiche. Mit Sicherheit. Schade, dass sich der NDR nicht mehr traut. Statt sechs neuen Episoden hätte es auch gerne eine neue Staffel mit 20 Folgen sein können.

  • Der NDR zeigt die neuen Episoden mit Schotty jeweils im Doppelpack am Donnerstag, 17. und 21. Dezember, sowie am 7. Januar 2016 um 22 Uhr. Wer dann immer noch nicht genug hat von Blut, Schädelplatten und Knochensubstanzen, für den zeigt das NDR Fernsehen in der Dokumentation „Den Tod auf der Schippe – Die wahren Tatortreiniger“ die Realität hinter der Komödie in unmittelbaren Anschluss an die ersten beiden Folgen.

 

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