Hamburg und SH : Der Norden will zusammen forschen

In den Rohren wird später der Röntgenstrahl zu den wissenschaftlichen Instrumenten geleitet.
In den Rohren wird später der Röntgenstrahl zu den wissenschaftlichen Instrumenten geleitet.

Vor allem in der Teilchenforschung wollen die Länder enger zusammenarbeiten.

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20. Dezember 2017, 20:15 Uhr

Hamburg/Kiel | Hamburg und Schleswig-Holstein wollen in Sachen Wissenschaft und Forschung deutlich enger zusammenrücken – und setzen sich dabei ehrgeizige Ziele. Nach dem Kieler Landtag hat am Mittwochabend auch die Hamburgische Bürgerschaft einer intensiveren Vernetzung der Forschungsinfrastruktur zugestimmt. Ausdrücklich streben beide Länderparlamente die Bildung einer „gemeinsamen Forschungsregion Schleswig-Holstein/Hamburg“ an. Mit einer modernen Forschungs- und Hochschulinfrastruktur könne der Norden zur Modellregion werden, heißt es in der Begründung des fraktionsübergreifenden Antrags. 

Konkret fordern die Parlamente die Landesregierungen auf, die Zusammenarbeit rund um die Teilchenforschung beiderseits der Landesgrenze zu verstärken. Schon jetzt sind Desy in Hamburg-Bahrenfeld und die Nachbarstadt Schenefeld über den Röntgen-Laser-Tunnel XFEL miteinander verbunden. Nun, so die Idee, sollen die Nachbarn auch ein abgestimmtes Besucherangebot für beide Standorte entwickeln, um den Elfenbeinturm der Wissenschaft für die Öffentlichkeit zu öffnen. „Vor allem Schüler erhalten so Einblicke, was Spitzenforschung bedeutet“, sagte die SPD-Abgeordnete Martina Friedrichs.  

 

Ein Besucherkonzept gibt es für den rasant wachsenden Campus Bahrenfeld schon länger. Hamburg möchte dieses nun zu einem Publikumszentrum ausbauen. Angeboten werden sollen allerlei Angebote zur naturwissenschaftlichen Bildung, zum Diskurs über Spitzenforschung sowie zu einem Miteinander mit dem Stadtteil. 

Zugleich will auch Schleswig-Holstein den neu eröffneten XFEL-Forschungscampus in Schenefeld in ganz ähnlicher Weise für Interessierte zugänglich machen. Die Landesregierungen sind nun aufgefordert, die Konzepte für die Besucherzentren so miteinander in Einklang zu bringen, dass Synergien entstehen und Doppelangebote vermieden werden.  

Der mit großer Mehrheit angenommene Antrag ist ein Ergebnis des gemeinsamen Parlamentsausschusses beider Nordländer. Das Gremium arbeite zum Nutzen beider Seiten erfreulich gut zusammen, darin waren sich Redner aller Fraktionen in der Bürgerschaft einig. Die Grünen-Abgeordnete Ulrike Sparr geriet regelrecht ins Schwärmen: „Wir erleben im Ausschuss gerade auf das Schönste, wie beide Länder voneinander profitieren können.“

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