Fünfjährige in Hamburg missbraucht : Der Lockhund des Kinderschänders

„Motzi“ führte die Polizei zum Täter: Der 63-Jährige lockte sein Opfer mit dem Hund in seine Wohnung.
1 von 2
„Motzi“ führte die Polizei zum Täter: Der 63-Jährige lockte sein Opfer mit dem Hund in seine Wohnung.

Ein 63-Jähriger missbraucht in Hamburg ein kleines Mädchen. Um das Kind in seine Wohnung zu locken, leiht sich der Täter Mischlingshund „Motzi“ von einem Nachbarn aus.

shz.de von
19. November 2013, 00:32 Uhr

Hamburg | Mit einem kleinen Mischlingshund hatte der Arbeitslose Bernd L. (63) am Sonnabendnachmittag ein fünfjähriges Mädchen von einem Spielplatz in der Eddelbüttelstraße (Hamburg-Harburg) in seine nur einige hundert Meter entfernte Wohnung gelockt. Er fesselte und missbrauchte das Kind so schwer, dass es im Krankenhaus operiert werden musste. Der Beschuldigte sitzt jetzt in Untersuchungshaft, so die Hamburger Staatsanwaltschaft gestern. Vorgeworfen wird ihm schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, Körperverletzung und Nötigung. Bernd L. soll sich, so die Justizsprecherin, bereits zu dem Fall geäußert haben. Über den Inhalt der Aussage möchte die Behörde aber nichts sagen. Ein Geständnis soll der Mann aber nicht abgelegt haben. Der mutmaßliche Täter hatte das Mädchen stundenlang in seiner Gewalt. Bei der verzweifelten Suche nach seinem Kind wurde der Vater von Verwandten und Nachbarn unterstützt. Nach der Alarmierung um 21 Uhr waren auch 40 Polizisten im Einsatz.

Schließlich konnte ein Nachbar den gesuchten Mann identifizieren. „Ihr Vater war da und zeigte ein Bild des Mädchens. Und er wollte wissen, ob wir jemanden mit einem kleinen Hund kennen.“ Der Zeuge sagte, er habe sich dann an den Mann erinnert. Gegen 23 Uhr klingelten mehrere Anwohner an der Tür des Verdächtigen. Der bestritt aber, dass das Mädchen in seiner Wohnung sei. Als Bernd L. wenig später aus dem Mietshaus lief, umstellten Nachbarn ihn und riefen die Polizei. Gegen 23.35 Uhr konnten Polizisten den Mann festnehmen und das gefesselte Mädchen befreien. Die Fünfjährige kam traumatisiert und mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Sie konnte laut Staatsanwaltschaft noch nicht von den Ermittlern befragt werden.

Wie Hamburger Zeitungen berichten, soll der Beschuldigte in der Nachbarschaft mehrfach in Begleitung von kleinen Mädchen gesehen worden sein. Der Mann, der aus Emden stammt und erst seit einigen Jahren in Harburg wohnt, ist Hartz-IV-Empfänger und verkaufte nebenbei die Obdachlosenzeitung „Hinz & Kunzt“. Den Hund, mit dem er sein Opfer anlockte, soll er sich öfter von einem Nachbarn geliehen haben – so ließ sich angeblich die Obdachlosenzeitung besser verkaufen. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft wollten sich jedoch dazu und zu anderen Details äußern. „Die Ermittlungen laufen“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Sie wollte auch keine Berichte kommentieren, wonach der schmächtige Mann mit dem grau-weißen Bart starke Alkoholprobleme hat und der Polizei wegen der Nachstellung seiner getrennt lebenden Ehefrau bekannt war.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen