Anstoss - Die HSV-Kolumne : Der HSV ist für Kühne nur ein Spielzeug

Lars Zimmermann
Lars Zimmermann

Autor Las Zimmermann über die fehlende Unterstützung des Investors Kühne gegenüber dem HSV.

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27. Juli 2014, 06:00 Uhr

Ob der HSV auf eine erfolgreiche Saison hoffen kann, hängt davon ab, wann und ob Investor Klaus-Michael Kühne endlich seine Millionen rausrückt. Es gibt keinen besseren Beweis, wie weit der so traditionsreiche Verein heruntergekommen ist. Besonders bitter ist, dass sich die Rothosen in vorauseilendem Gehorsam auf Gedeih und Verderb an Kühne gekettet haben. Die Strukturreform wurde vor allem in der Hoffnung auf die Finanzspritze des Logistik-Milliardärs so schnell vorgenommen. Und auch der neue Aufsichtsratsvorsitzende Karl Gernandt ist als Angestellter Kühnes nicht mehr als dessen Marionette. Die Macht wurde dem Edelfan also quasi auf einem Silbertablett serviert.

Die Gegenleistung bestand bisher leider nur aus öffentlichen Störfeuern. Dass Kühnes Herz an dem HSV hängt, wie er selbst immer wieder betont, wirkt deshalb wie pure Heuchelei. Wer ihm das abnimmt, hält Putin vermutlich immer noch für einen lupenreinen Demokraten. Der HSV scheint für den Investor nicht mehr als ein Spielzeug. Und das hat dieser einst so stolze Verein wirklich nicht verdient. Kühnes Zögern soll vermutlich allen Zweiflern verdeutlichen, dass die Zukunft der Hamburger mit ihm steht und fällt. Der Fehlstart in die Saison ist so jedenfalls programmiert.

Die Zeche dürfte Trainer Mirko Slomka zahlen. Er wird spätestens im Oktober nicht mehr auf der HSV-Trainerbank sitzen. Und damit wäre ein weiterer Wunsch Kühnes erfüllt.

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