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Steigende Preise für Immobilien : Der Hauskauf im Großraum Hamburg wird wieder teurer

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Neue Häuser in Hamburg verteuerten sich im Durchschnitt um 7,7 Prozent, gebrauchte um 5,5 Prozent.

Hamburg | Die Verschnaufpause war nur von kurzer Dauer. Die Preise für Hamburger Wohnimmobilien haben im vergangenen Jahr wieder einen deutlichen Satz nach oben gemacht. Neue Häuser verteuerten sich 2014 durchschnittlich um 7,7 Prozent, nach einem Preisrückgang von 2,9 Prozent im Jahr zuvor. Wie aus dem vorgelegten Immobilienatlas der Landesbausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg (LBS) hervorgeht, gab es auch in allen anderen Kategorien an Elbe und Alster deutliche Aufschläge. Ein- und Zweifamilienhäuser aus dem Bestand wurden um 5,5 Prozent teurer (2013: + 0,3 Prozent), Eigentumswohnungen aus dem Bestand um fünf Prozent (5,6) und neue Eigentumswohnungen um 2,5 Prozent (6,7). LBS-Vorstandschef Peter Magel: „Die Hauptursache sind vor allem die nochmals deutlich gesunkenen Zinsen.“ Für immer mehr Menschen rechne sich der Kauf einer eigenen Immobilie auch im teuren Hamburg.

Zugleich hielt aber der Trend zum Wegzug ins Umland an. In der Folge zogen die Preise auch dort an, am stärksten bei Eigentumswohnungen aus dem Bestand (+ 7,4 Prozent) und bei gebrauchten Häusern (+ 4,4 Prozent). Neue Immobilien verteuerten sich dagegen in den Randkreisen nur noch moderat. Magels Prognose: „Die schleswig-holsteinischen Siedlungsgebiete werden attraktiv bleiben.“ Das liege vor allem an den immer noch wesentlich günstigeren Preisen jenseits der Hamburger Stadtgrenzen. Laut LBS kostet ein neu gebautes Haus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche in Hamburg durchschnittlich 380.000 Euro, im Umland nur 252.000. Daraus ergibt sich ein erklecklicher „Mobilitätsvorteil“ für alle, die längere Wege zum Arbeitsplatz in der Metropole in Kauf nehmen. Diesen Pendler-Gewinn bezifferte Magel für Neubauten auf 36 Prozent. Wer eine gebrauchte Immobilie kauft, kommt im Umland sogar um 51 Prozent günstiger zum Ziel.

Allerdings gilt: Je näher an Hamburg gelegen, desto teurer sind auch im Speckgürtel Häuser und Eigentumswohnungen. So erzielen Verkäufer die höchsten Preise in direkt angrenzenden Orten wie Halstenbek, Schenefeld, Wedel (alle Kreis Pinneberg), Ahrensburg, Barsbüttel (beide Kreis Stormarn) sowie Wentorf/Aumühle (Kreis Herzogtum Lauenburg). Die teuersten Ecken in Hamburg bleiben die begehrten Stadtteile in Alsternähe, in den Elbvororten sowie in den Walddörfern im Norden der Stadt.

Im Zehnjahresvergleich haben sich die Immobilienpreise in und um Hamburg laut LBS durchweg sehr deutlich um Werte jenseits der 50 Prozent erhöht, in einigen Stadtteilen sogar verdoppelt. Dennoch sei die anhaltende Niedrigzinsphase eine „Riesenchance“ für Verbraucher, jetzt eigene vier Wände zu erwerben. Derzeit müssten Menschen dafür durchschnittlich weniger von ihrem Einkommen aufwenden als 2005.

Keine negativen Auswirkungen auf den Markt erwartet der LBS-Chef von Olympia in Hamburg. Eher im Gegenteil. Sollte die Hansestadt den Zuschlag für die Sommerspiele 2024 erhalten, werde der Senat Stadtentwicklunsgprojekte wie den Sprung über die Elbe und die Aufwertung der östlichen Stadtteile noch beschleunigen, glaubt Peter Magel: „Ich rechne nicht mit einer dramatischen Erhöhung der Immobilienpreise, wenn Olympia kommt. Wahrscheinlich würden dann sogar mehr Objekte zu bezahlbaren Preisen gebaut.“

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erstellt am 24.Mär.2015 | 14:47 Uhr

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