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Mögliche Räumung : Demonstranten randalieren wegen "Roter Flora"

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Der Eigentümer der „Roten Flora“ in Hamburg droht mit der Räumung des linksalternativen Kulturzentrums. Jetzt kam es im Schanzenviertel zu Ausschreitungen. Steine und Stangen flogen, die Polizei setzte Schlagstöcke ein.

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2013 | 07:25 Uhr

Hamburg | Die mögliche Räumung des linksalternativen Kulturzentrums „Rote Flora“ hat im Hamburger Schanzenviertel Krawalle ausgelöst. Randalierer griffen am Donnerstagabend einen Streifenwagen mit Steinen und Stangen an, wie Polizeisprecher Andreas Schöpflin am Freitag erklärte. Etwa zehn Vermummte bewarfen zudem das Polizeikommissariat in der Lerchenstraße mit Steinen. Zwei Fenster im Erdgeschoss wurden dabei beschädigt. Die Beamten - 140 Polizisten waren im Einsatz - setzten Schlagstöcke ein.

Bis zu 200 Menschen zogen bei der nicht angemeldeten Demonstration durch das Schanzenviertel. Vereinzelt wurden Böller gezündet und Baustellenzäune auf die Straße gezerrt. Vor der „Roten Flora“ im Schulterblatt setzte sich eine Gruppe auf die Fahrbahn und rief: „Flora bleibt“.

Als die Randalierer die Besatzung des Streifenwagens attackierten, setzte der Fahrer den Wagen „in einer Fluchtbewegung“ zurück, wie Schöpflin sagte. Dabei stieß das Polizeiauto mit einem Taxi zusammen, das ebenfalls mit Steinen und Eisenstangen beworfen wurde. Der Taxifahrer kam mit einem Schock in ein Krankenhaus, die beiden Fahrgäste und die Beamten wurden nicht verletzt.

„In den Straßen Schulterblatt, Schanzenstraße und den unmittelbar angrenzenden Straßen konnten die Störergruppen zunächst von den Polizeikräften gestoppt werden“, hieß es. Eine Person kam kurzzeitig in Gewahrsam.

Der Eigentümer der „Roten Flora“, Klausmartin Kretschmer, hat dem seit mehr als 20 Jahren besetzten Kulturzentrum mit der Räumung gedroht. Sollten die Besetzer das ehemalige Theater im Schanzenviertel nicht noch vor Weihnachten verlassen haben, „werde ich die zuständigen Hamburger Behörden und Gerichte bitten und auffordern, mein Eigentum zu gegebener Zeit räumen zu lassen“, erklärte er in einem Schreiben an die „Rotfloristen“. Gleichzeitig kündigte er an, für die Flora nun ein Nutzungsentgeld in Höhe von 25.000 Euro plus Mehrwertsteuer pro Monat zu fordern.

Kretschmer hatte das seit 1989 besetzte Gebäude 2001 nach eigenen Angaben auf Drängen der damaligen rot-grünen Regierung für umgerechnet knapp 190.000 Euro gekauft. Seit 2011 versucht er, das rund 1770 Quadratmeter große, inzwischen wohl millionenteure Grundstück samt „Roter Flora“ wieder zu verkaufen - bislang vergeblich.

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