Aus Seenot Gerettete : Demonstranten fordern: Hamburg soll „sicherer Hafen“ werden

Aktivisten der Seebrücken-Bewegung demonstrieren mit einem Transparent mit der Aufschrift 'Hamburg zum sicheren Hafen!' für die unbehinderte Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer und sichere Fluchtwege für Migranten.

Aktivisten der Seebrücken-Bewegung demonstrieren mit einem Transparent mit der Aufschrift "Hamburg zum sicheren Hafen!" für die unbehinderte Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer und sichere Fluchtwege für Migranten.

In Hamburg gehen Tausende auf die Straße, um gegen Rassismus und für legale Fluchtrouten nach Europa zu demonstrieren.

shz.de von
02. September 2018, 18:35 Uhr

Hamburg | Mehrere tausend Demonstranten haben am Sonntag in Hamburg gefordert, die Stadt zu einem „sicheren Hafen“ für Geflüchtete und aus Seenot Gerettete zu machen. Nötig seien sichere und legale Fluchtwege nach Europa sowie eine politische Lösung, damit alle europäischen Staaten ihrer Verantwortung bei der Aufnahme von Geflüchteten nachkämen, sagte die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs zum Auftakt an den Landungsbrücken.

Mit Blick auf die Geschehnisse in Chemnitz bemerkte sie: „Wenn wir das zulassen und hinnehmen, sind wir schon auf dem Weg in die Barbarei.“ Nach Polizeiangaben versammelten sich zu Beginn 5000 Menschen, viele mit orangefarbenen Rettungswesten und ebenso gefärbten Kleidungsstücken. Sie zogen anschließend zum Stadion des FC St. Pauli, wo sich zahlreiche Fans anschlossen.

Aufgerufen hatten unter anderem die Parteien Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen, Gewerkschaften, Diakonie und Caritas sowie Flüchtlingsinitiativen und linke Gruppen.
dpa

Aufgerufen hatten unter anderem die Parteien Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen, Gewerkschaften, Diakonie und Caritas sowie Flüchtlingsinitiativen und linke Gruppen.

 

Die Demonstranten forderten unter anderem, dass Hamburg die Aufnahme von Geretteten aus dem Mittelmeer offensiv anbieten solle. Barcelona, Palermo und Berlin hätten bereits solche Zusagen gegeben. „Wenn die Regierungen in Europa versagen, dann liegt es an den Städten zu handeln!“, hieß es in dem Aufruf. Die Behörden der Hansestadt sollten alle Möglichkeiten nutzen, Visa und Gruppenbleiberechte für die Geretteten auszustellen.

Aufgerufen hatten unter anderem die Parteien Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen, Gewerkschaften, Diakonie und Caritas sowie Flüchtlingsinitiativen und linke Gruppen. „Wer über Fluchtursachen reden möchte, darf vom Kapitalismus nicht schweigen“, sagte ein Crew-Mitglied des Rettungsschiffes „Iuventa“ bei der Zwischenkundgebung am Stadion. Unter großem Applaus kommentierte ein Sprecher des Fanrates des FC St. Pauli die Chemnitzer Ausschreitungen: „In diesen dunklen Zeiten ist es einfach unsere verdammte Pflicht, auf die Straße zu gehen und uns in den Weg zu stellen.“ Nationalismus und Abschottung seien keine Alternative.

Anschließend setzte sich der erheblich angewachsene Demozug in Richtung des Rathauses in der Innenstadt in Bewegung. Genauere Teilnehmer-Zahlen wollten die Veranstalter und Polizei erst im späteren Verlauf der Demonstration mitteilen.

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