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Anstoss – Die HSV-Kolumne : Dem HSV droht die nächste Zittersaison

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2017 | 12:00 Uhr

Hamburg | Eins muss man dem HSV lassen: Der Dino sorgt dafür, dass seinen Fans auch in der Sommerpause nicht langweilig wird. Erst betteln Jens Todt, Markus Gisdol und Heribert Bruchhagen   erfolgreich Klaus-Michael Kühne um eine Millionenspende für Neuzugänge an. Nachdem der Logistikmilliardär zugestimmt hat, stellt sich der Aufsichtsrat quer und fordert, dass vor der Verpflichtung neuer Spieler erst der Gehaltsetat gesenkt wird. Grundsätzlich ist es lobenswert, dass das Kontrollgremium einen Sparkurs einschlagen will. Aber die Frage, welchen Kurs man bei der Zusammenstellung des Kaders fahren will, hätten sportliche Leitung und Aufsichtsrat vor Monaten klären müssen. Auch der Abstiegskampf ist keine Entschuldigung dafür, die Zukunftsplanung völlig außer Acht zu lassen.

Die derzeitige Situation ist jedenfalls fatal. Eine kurzfristige Senkung des Gehaltsniveaus ist unrealistisch, da es für die meisten Spitzenverdiener keinen Markt gibt. Hält der Aufsichtsrat an seinem Kurs fest, wird der HSV mit einem fast identischen Kader in die neue Saison gehen. Angesichts der Leistungen in der Vergangenheit eine Horrorvorstellung. Rudert das Kontrollgremium zurück, macht es sich unglaubwürdig und hat nur wertvolle Zeit verschenkt. Das derzeitige Chaos dürfte den HSV für neue Spieler nicht attraktiver gemacht haben. So bleibt dem HSV dann nur noch das, was ihm die anderen Vereine  übrig gelassen haben. Das sind dann meistens Spieler wie Douglas Santos oder Walace. Der Fehlstart in die kommende Saison ist also programmiert. Zu bedauern ist vor allem Trainer Gisdol. Er leistet gute Arbeit, muss aber die Fehler anderer ausbaden. Es ist gut möglich, dass ihn diese Pannen den Job kosten und im Winter ein neuer Coach  da ist. Der muss dann beweisen, dass der Dino wirklich unabsteigbar ist. Momentan deutet jedenfalls viel auf eine weitere Zittersaison hin.

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