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BEINHAUS ST. JOSEPH : Das ist der gruseligste Keller Hamburgs

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Schädel an Schädel, Knochen über Knochen - in einer Gruft im Hamburger Stadtteil St. Pauli sind die Gebeine von rund 350 Menschen zu sehen.

Hamburg | Hereinspaziert in Hamburgs vielleicht gruseligsten, aber auch faszinierendsten Keller: Erstmals macht die katholische Pfarrei St. Joseph auf St. Pauli ihr Beinhaus für die Öffentlichkeit zugänglich. Am Sonnabend, 4. Juni, 14 Uhr beginnt die erste geführte Besichtigung der einzigartigen Begräbnisstätte. In der Krypta an der Großen Freiheit lagern Totenschädel und weitere Gebeine von etwa 350 Verstorbenen früherer Jahrhunderte.

Erst 2008 waren die lange verschütteten sterblichen Überreste wiederentdeckt worden. Im vorigen November präsentierte die Pfarrei dann Medien das von Archäologen hergerichtete Beinhaus. Gemeinsam wollen die Kirche, das Sankt Pauli Museum und die wissenschaftlich verantwortliche Forschungsstelle Gruft aus Lübeck nun auch interessierten Besuchern gelegentlich Einblick in die Totensammlung gewähren. In diesem Sommer sind drei Führungen für je 20 Teilnehmer vorgesehen. Fotografieren ist im Beinhaus indes streng verboten.

Die Führungen beginnen im Sankt Pauli Museum (Davidstraße 17) mit einem Rundgang und einem Vortrag zur Geschichte des Stadtteils, zur Barockkirche St. Joseph und zur Krypta. Es folgt der Besuch der Ausstellung, in der auch ausgewählte Grabbeigaben zu sehen sind; dazu zählen Eheringe, Kruzifixe, Teile von Rosenkränzen, aber auch Kämme und Schwämme für die Körperpflege der Verstorbenen in ihrem Leben nach dem Tod. Sechs erhaltene Inschriftentafeln verraten Namen von Bestatteten. Darunter das Ehepaar Jeanne und César Lubin Claude Rainville, das im 19. Jahrhundert an den heutigen Rainvilleterrassen in Ottensen ein angesagtes Ausflugslokal am Elbhang betrieb.

Den Verantwortlichen geht es ganz ausdrücklich nicht um eine voyeuristische Zurschaustellung menschlicher Überreste in Form einer „Gruselshow“. Gemäß der Mönchslosung „Memento Mori“ (Gedenke Deines Todes) haben sie nach eigenen Angaben einen „würdigen Ort“ geschaffen, „an dem sich jeder seiner Sterblichkeit erinnert“. Markus Lorenz

Info: Termine: 4. Juni, 14 Uhr, 6. Juli, 19 Uhr und 17. September, 14 Uhr. Tickets kosten 18 Euro (ermäßigt 16). Erhältlich an der Kasse des Sankt Pauli Museums (Davidstraße 17) sowie unter info@sankt-pauli-museum.de.

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erstellt am 01.Jun.2016 | 18:58 Uhr

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