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Mitgliederzahlen in Hamburg : Das hat Donald Trump für die Mitte-Links-Parteien getan

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Die Parteien kämpfen gegen einen Mitgliederrückgang. Im Jahr 2016 bekamen SPD, Grüne und Linke jedoch unerwartet Hilfe.

shz.de von
erstellt am 31.Dez.2016 | 10:33 Uhr

Hamburg | Die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika hat den in der Mitte bis links verorteten Parteien in Hamburg neue Mitglieder beschert. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa unter allen in der Hamburgischen Bürgerschaft vertretenen Parteien ergab, verzeichneten SPD, Grüne und Linke nach der US-Wahl am 8. November deutlich mehr Neueintritte als sonst. Das liberale, konservative und rechtspopulistische Lager um FDP, CDU und AfD konnte dagegen nicht profitieren. Die mit Abstand mitgliederstärkste Partei in Hamburg bleibt die SPD.

Ende November lag die Mitgliederzahl mit knapp 10.400 zwar um etwa 100 unter dem Vorjahreswert. Doch da in den zehn Tagen nach der US-Wahl bei der SPD Hamburg 64 noch nicht in der Mitgliederstatistik erfasste Eintrittsgesuche eingegangen seien, rechnet Landesgeschäftsführer Tim Petschulat damit, „dass sich die Mitgliederzahl zum Ende Dezember nur minimal von der des Vorjahres unterscheiden wird.“ Wie die SPD hat auch die CDU seit Jahren das Problem einer überalterten Mitgliedschaft. So führen oft nicht nur Austritte, sondern auch Todesfälle dazu, dass die Statistik negativ ausfällt.

Ende 2015 hatte die CDU Hamburg nach eigenen Angaben rund 7300 Mitglieder. Für 2016 lägen jedoch noch keine Zahlen vor. „Einen Sprung in zeitlicher Nähe zur Präsidentenwahl in den USA konnten wir nicht feststellen“, sagte ein Sprecher.

Die zusammen mit der SPD in Hamburg regierenden Grünen zählten zuletzt gut 1600 Mitglieder, was sich in der Jahresabschlussbilanz durch Umzüge, nachgemeldete Ein- oder Austritte oder Todesfälle noch ändern könne. Über das Jahr habe die Mitgliederzahl konstant bei etwa 1550 gelegen - wobei es seit Herbst spürbar nach oben gehe. „Wir führen das auf zwei Faktoren zurück: Die Trump-Wahl, die für mehrere Neumitglieder der Impuls für den Parteieintritt war, und unsere zeitgleich laufende bundesweite Neumitgliederkampagne im Zusammenhang mit der Urwahl über das Spitzenteam für die Bundestagswahl.“

Ein ähnliches Bild bei den Linken: Sie hatten nach eigenen Angaben Anfang des Jahres rund 1300 Mitglieder. Nun seien es knapp 1390. „Besonders ab November 2016 haben sich knapp 40 Hamburgerinnen und Hamburger, häufig motiviert durch die erschreckenden Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen in den USA, dafür entschieden, Mitglied in der Linken zu werden“, erklärte ein Sprecher.

Die FDP Hamburg verweist auf eine konstant positive Mitgliederentwicklung. So habe die Partei Ende 2015 knapp 1060 Mitglieder gehabt. Nun seien es rund 100 mehr, sagte Landesgeschäftsführer Simon Peltzer. „Einen Trump-Effekt konnten wir nicht spüren.“

Die AfD verzeichnete nach eigenen Angaben im Jahr 2016 ebenfalls einen Zuwachs. Die Mitgliederzahl sei um 4 Prozent auf rund 550 gestiegen. Die US-Wahl habe keine Auswirkung auf die Entwicklung gehabt, erklärte Parteichef Bernd Baumann. „Dieses erwarten wir erst im Bundestagswahlkampf beziehungsweise nach der Bundestagswahl im September 2017.“

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