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Anstoss – Die HSV-Kolumne : Das Beispiel Olic zeigt: Nostalgie lähmt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Unser Autor ist der Meinung - die Rückkehr von Olic hätte sich der HSV besser erspart.

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2016 | 06:00 Uhr

Hamburg | Für Nostalgie ist in der Fußball-Bundesliga kein Platz. Das zeigt das Beispiel Ivica Olic. Als er in der vergangenen Winterpause von Wolfsburg nach Hamburg wechselte, freuten sich alle. Der kroatische Nationalspieler sollte den Dino zum Klassenerhalt schießen. Doch die Euphorie ist längst der Ernüchterung gewichen. Der ehemalige Publikumsliebling kann inzwischen froh sein, wenn er nicht  auf der Tribüne sitzt und es zumindest in Bruno Labbadias Kader schafft.

Beide Seiten hatten sich bei seiner Rückkehr an glorreiche Zeiten erinnert. Dabei hatte keiner berücksichtigt, dass der aktuelle Olic schon aus Altersgründen nicht mehr viel mit dem Wirbelwind zu tun hat, der sich bei seinem ersten Gastspiel in die Herzen der Anhänger gekämpft hatte. Nun wünschen sich beide Seiten nur noch, dass sie wieder getrennte Wege gehen. Der klamme Dino will einen Großverdiener von der Gehaltsliste streichen und der ehrgeizige Olic dürfte in Hamburg höchstens noch beim Blick auf die Kontoauszüge lächeln.

Beide Seiten hätten sich das Comeback im HSV-Dress besser erspart. Um das zu wissen, hätte den Hamburgern ein Blick auf Rafael van der Vaart reichen müssen. Die Rückkehr des Niederländers zeigte, dass die Erinnerung an alte Erfolge in der Gegenwart nicht weiterhilft.

Die Wechsel von Olic und van der Vaart stehen exemplarisch für eines der größten Probleme  in den vergangenen Jahren. Der verklärte Blick in die Vergangenheit verstellte allzu oft den Blick für die  Realität. Die Hamburger sind  zu Recht stolz auf ihre Geschichte. Aber der Blick auf die Bundesliga-Uhr holt keine Punkte. Diese Auffassung scheint unter Bruno Labbadia zum Glück auch langsam beim HSV anzukommen. Der Trainer hat kein Problem damit, ein Denkmal wie Olic auszusortieren.

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