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Fall Beata Sienknecht : „Cold Cases“ Polizei Hamburg rollt 36 Jahre alten Mordfall auf

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Landeskriminalamt will Fall von 1981 aufklären und sucht Zeugen, die sich an damals erinnern.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2017 | 16:35 Uhr

36 Jahre nach dem Verschwinden einer Frau aus Hamburg-Steilshoop rollt die Polizei den Vermisstenfall nochmals auf. Die Ermittlergruppe „Cold Cases“ des Hamburger Landeskriminalamtes will das Geheimnis um die verschollene Beata Karola Elisabeth Sienknecht lüften, teilte die Polizei Hamburg am Freitag mit. Seit dem Abend des 13. Oktober 1981 wurde die Frau nicht mehr gesehen.

Jetzt sucht die Polizei nach Zeugen, die sich trotz der lange zurückliegenden Ereignisse an Details erinnern oder Hinweise geben können.

Beata Sienknecht hatte am Tag ihres Verschwindens eine Nachbarin und Freundin aufgesucht und ihr angeblich von einer tätlichen Auseinandersetzung mit ihrem Ehemann berichtet. Danach wollte die 36-Jährige nach Aussage der Freundin zurück in ihre Wohnung, dort kam sie nach Aussage ihres Mannes aber nie an. Fünf Tage später erstattete er Vermisstenanzeige. Zum heutigen Zeitpunkt wäre Beata Sienknecht über 70 Jahre alt. Hinweise nimmt die Polizei unter der Nummer 040-4286 56789 beim Landeskriminalamt entgegen.

Mysteriöse Morde und Vermisstenfälle, bei denen Opfer oder Täter nicht gefunden werden konnten, sind das Spezialgebiet der Ermittlergruppe „Cold Cases“, die im September letzten Jahres ins Leben gerufen wurde. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, konnte sich die Polizei zunächst nicht zu etwaigen neuen Indizien oder Erkenntnissen äußern, sagte ein Sprecher der Polizei.

Nach 34 Jahren aufgeklärt: Der Mordfall Erna Ganz.
Nach 34 Jahren aufgeklärt: Der Mordfall Erna Ganz. Foto: shz

Auch in Schleswig-Holstein gibt es eine Polizeieinheit, die sich um „Cold Cases“ kümmert. Die hatte etwa den Mord an der Schleswigerin Erna Ganz nach 34 Jahren aufgeklärt. Der zur Tatzeit jugendliche Täter wurde anschließend vom Landgericht Flensburg verurteilt, das Gericht musste die Strafe aber auf zwei Jahre zur Bewährung aussetzen, weil das Jugendstrafrecht eine maximale Strafe von zehn Jahren vorsieht und der Täter wegen anderer Delikte bereits zu acht Jahren verurteilt war.

 

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