Erster Besuch : Chinesische Marine in Hamburg und SH

Das Führungsschiff „Chang Beishan“ soll an der Überseebrücke festmachen, wo auch das beliebte Museumsschiff „Cap San Diego“ liegt.
Das Führungsschiff „Chang Beishan“ soll an der Überseebrücke festmachen, wo auch das beliebte Museumsschiff „Cap San Diego“ liegt.

Drei Schiffe und 800 Seeleute der chinesischen Marine machen in Hamburg fest. Während der sechstägigen Visite kommt die Delegation auch nach SH.

shz.de von
19. Januar 2015, 06:44 Uhr

Hamburg | Mit rund 800 Seeleuten hat die chinesische Marine zum ersten Mal den Hamburger Hafen angelaufen. „Die Chinesen kommen als Zeichen der Zusammenarbeit und Völkerverständigung“, sagte Michael Setzer, Kommandeur des Landeskommandos Hamburg, am Montag. Neben dem Docklandungsschiff „Chang Beishan“ gehören die Fregatte „Yun Cheng“ und das Versorgungsschiff „Chao Hu“ zu dem Verband, der von zahlreichen Zuschauern mit Applaus und Fähnchen begrüßt wurde. Die Schiffe bleiben voraussichtlich bis Samstag in Hamburg.

China verfügt laut Setzer über die nach den USA zweitgrößte Marine der Welt. „Die deutsche Marine wäre nicht traurig, wenn wir auch solche Schiffe hätten“, sagte Setzer. Dafür sei Deutschland führend bei der Qualität - „da lernen die Chinesen noch etwas“.

Konteradmiral Zhang Chuanshu, der den chinesischen Schiffsverband führt, sagte, der Besuch in Deutschland werde das gegenseitige Verständnis beider Länder stärken. Während der Visite werden Gespräche mit Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Kultur geführt. Auch die Wirtschaft steht auf der Agenda: China ist der wichtigste Handelspartner des Hamburger Hafens.

Neben Empfängen im Hamburger Rathaus sowie an Bord der „Chang Beishan“ sind Sportwettkämpfe zwischen deutschen und chinesischen Soldaten geplant. Zudem wollen die Gäste die Offiziersschule in Flensburg-Mürwik, die Unteroffiziersschule in Plön und das Ausbildungszentrum Schiffssicherheit in Neustadt besuchen.

In Workshops werde auch über Piraterie gesprochen, sagte Zhang. Sein Verband hatte noch vor wenigen Wochen an einem Einsatz gegen Piraten im Golf von Aden teilgenommen, bei dem er mit Einheiten der EU, NATO und den USA zusammenarbeitete.

Besucher können die „Chang Beishan“ am Donnerstag erkunden. Das 210 Meter lange Kriegsschiff liegt an der Überseebrücke neben dem Museumsschiff „Cap San Diego“. Auch die „Yun Cheng“, die am Kreuzfahrtterminal in der Hafencity festgemacht hat, soll zu sehen sein.

Die deutsche Marine und die Stadt Hamburg hatten die Chinesen eingeladen. Beim bislang einzigen Besuch der chinesischen Marine in Deutschland im Jahr 2001 hatten die Schiffe im Wilhelmshavener Marinestützpunkt festgemacht.

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