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Ätzende Lauge : Chemieunfall in Hamburg: Umweltbehörde prüft Firma

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Warum ist bei einer Chemiefirma in Hamburg eine ätzende Lauge ausgetreten? Erste Erkenntnisse zeichnen sich ab. Das dürfte auch die Verletzten interessieren, die ins Krankenhaus kamen.

Hamburg | Nach einem Chemieunfall in einem Hamburger Gewerbegebiet wird klarer, warum eine stark ätzende Lauge ausgetreten ist. Es sehe danach aus, dass ein Überdruck an einem Sicherheitsventil eines Tanks dazu geführt habe, sagte ein Sprecher der Umweltbehörde am Freitag. Sie hat die Aufsicht über Chemiefirmen in der Stadt.

Die Firma sei regelmäßig von der Behörde kontrolliert worden, zwei Mal in diesem Jahr, berichtete der Behördensprecher. Der Betrieb sei aufgefordert worden, umgehend eine Ursachenanalyse vorzunehmen.

Außerdem behalte sich die Behörde vor, weitere Sicherheitsprüfungen und Schutzmaßnahmen zu fordern. Der Betrieb könne derzeit mit neun Tanks weiterarbeiten, ergänzte der Sprecher. Der betroffene weitere Tank sei abgestellt worden und werde leergepumpt.

20 Verletzte kamen vorübergehend in Krankenhäuser, wie ein Feuerwehrsprecher am Freitag sagte. Zwei von ihnen wurden stationär aufgenommen, hieß es bei der Polizei. Eine dritte Verletzte - eine Polizistin - sei über Nacht zur Beobachtung in der Klinik geblieben. Insgesamt hatten laut Feuerwehr 48 Menschen nach dem Austritt der ätzenden Lauge über Reizungen der Atemwege oder der Augen geklagt.

Auf dem Gelände einer Chemiefirma war am Donnerstagabend eine mit Wasserdampf vermischte starke Lauge aus einem Tank ausgeströmt und hatte einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst. Mehr als 100 Gäste eines Hotels in der Nähe der Firma sowie Menschen in der Nachbarschaft des Betriebs mussten in Sicherheit gebracht werden. Der Alarm war laut Feuerwehr um 20.44 Uhr eingegangen, rund 120 Feuerwehrleute rückten aus. Etwa eine Stunde später konnte die Feuerwehr den Austritt der gefährlichen Lauge stoppen.

Das Gemisch war aus einem stationären Tank der Firma ausgetreten. Die Firma in dem Gewerbegebiet stellt Zusätze für die Schmierstoffindustrie her. Die ausgetretene Lauge werde zur Reinigung von metallischen Oberflächen eingesetzt, sagte der Feuerwehrsprecher.

Zunächst waren nur die Bewohner des betroffenen Gebietes Billbrook sowie der Stadtteile Hammerbrook, Rothenburgsort und Hamm aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten und sich möglichst nicht ins Freie zu begeben. Später wurde das Warngebiet deutlich erweitert: Betroffen waren dann auch Klostertor und Hafencity, Alsterdorf, Barmbek, Fuhlsbüttel, Eppendorf, Hoheluft, Winterhude, Neustadt, Eilbek, Uhlenhorst, Bramfeld, Groß Borstel, Niendorf, Schnelsen, Rotherbaum, Hummelsbüttel, und Langenhorn. Mit Lautsprecher-Durchsagen seien die Menschen im unmittelbar betroffenen Gebiet über den Unfall informiert worden, sagte der Polizeisprecher.

Im Stadtgebiet wurden Messungen vorgenommen, die aber keine bedenklichen Werte brachten. Am frühen Freitagmorgen gab es Entwarnung für die betroffenen Gebiete.

Die betroffenen Menschen in der Umgebung der Firma am Billbrookdeich kamen in eine nahe gelegene Feuerwehr- und Rettungswache. Notärzte und Sanitäter kümmerten sich um die Erstversorgung. In Sicherheit gebracht werden mussten vor allem die Bewohner des Hotels, in dem mehr als 240 Gäste derzeit wohnen, sich aber nicht alle zur Unfallzeit dort aufhielten.

Hotelgäste wurden in einer Rettungswache untergebracht.
Hotelgäste wurden in einer Rettungswache untergebracht.
 

Erst am Dienstag hatte die Hamburger Feuerwehr zu einem Großeinsatz ausrücken müssen: In einem Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg war ein Feuer ausgebrochen. Später folgte eine explosionsartige Durchzündung von Rauchgas. 45 Menschen wurden verletzt. Rund 400 Anwohner warten weiter darauf, in ihre Wohnungen zurückkehren zu dürfen.

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erstellt am 07.Aug.2015 | 17:49 Uhr

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