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Tod durch Methadon-Vergiftung : Chantal-Prozess: Staatsanwalt und Verteidigung legen Revision ein

vom

Der Prozess um den Methadon-Tod von Chantal geht in eine neue Runde. Laut Verteidigung ist der Einspruch nötig, da eine wichtige Zeugin nicht gehört wurde.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2015 | 11:43 Uhr

Hamburg | Das Urteil des Hamburger Landgerichts gegen die Pflegeeltern des an einer Methadon-Vergiftung gestorbenen Mädchens Chantal wird vorerst nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein, wie eine Sprecherin der Anklagebehörde am Dienstag sagte.

Auch die Verteidigung will das Urteil anfechten. „Die wichtigste Zeugin wurde nicht gehört“, sagte der Anwalt des 54 Jahre alten Pflegevaters, Udo Jacob. Dabei gehe es zwar um ein Kind, das die Aussage verweigert habe. Bei dieser Entscheidung habe die Enkelin der Pflegeeltern aber keinen Rechtsbeistand gehabt.

Chantal war Anfang 2012 nach der Einnahme einer Methadon-Tablette gestorben. Nach Darstellung des Gerichts hatten die drogensüchtigen Pflegeeltern die Heroin-Ersatzdroge nicht sicher in der Wohnung verwahrt. Es verurteilte den Pflegevater am Donnerstag wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr Haft auf Bewährung, die vier Jahre jüngere Pflegemutter zu acht Monaten auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Vater zweieinhalb Jahre Haft und für die Mutter eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten gefordert. Die Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert.

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