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Hamburger Startups : Cebit 2014: Eine Messe im Wandel

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Neue Produkte, neue Diskussionen und ein neues Konzept: Die Cebit 2014 ist in diesem Jahr nur noch für das Fachpublikum. Die Branche kämpft für einen verantwortungsvollen Umgang mit großen Datenmengen und gegen den Fachkräftemangel.

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erstellt am 28.Feb.2014 | 06:30 Uhr

Hamburg/Hannover | Ein kleiner Funksender – getarnt in einer türkisen, wolkenförmigen Plastikhülle – soll dem Laden von nebenan helfen, dem aufstrebenden Onlinehandel etwas entgegenzusetzen. So ist zumindest die Idee von Sarik Weber und seinen Kollegen der Yoints GmbH. Via App bemerkt der am Ladeneingang angebrachte Sender, wann ein Nutzer den Laden betritt und belohnt ihn bereits für den Besuch mit Bonuspunkten. Weitere Punkte – und Informationen – gibt es, wenn der Besucher sich für die Produkte im Regal interessiert und mit seinem Handy den aufgedruckten Barcode einscannt. „Online verschmilzt mit offline“, sagt Weber. „Onlinehändler wissen viel mehr über ihre Kunden und können sie ganz anders ansprechen.“ Mit diesem App-basierten Bonusprogramm soll der stationäre Handel seine Kunden zum erneuten Besuch animieren. Im Moment befindet sich das Projekt in der Testphase – und kommt vom 10. bis 14. März nach Hannover. Doch nicht nur ihre neuen Produkte stellen Unternehmen wie dieses auf der Cebit vor – auch sich selbst.

Zusammen mit zehn weiteren Hamburger jungen Unternehmen präsentiert sich die Yoints GmbH an einem Gemeinschaftsstand dem Fachpublikum – insbesondere potenziellen neuen Mitarbeitern. Ein Thema, das die Branche umtreibt, ist der Mangel an qualifiziertem Fachpersonal. Denn sie wächst rasant: Die Zahl der IT-Unternehmen in Hamburg sei in den letzten zwei Jahren von 400 auf 9650 gestiegen, meldet die Senatskanzlei in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Cebit und der Initiative „Next Media.Hamburg“. Insgesamt seien mehr als 50.000 Beschäftigte in der Hamburger Medien- und Digitalwirtschaft tätig. In ganz Deutschland gelte es, 39.000 offene Stellen in der IT-Branche zu besetzen, sagt Hartwig von Saß, Sprecher der Deutschen Messe AG.

Um den Unternehmen bei der Lösung dieser Probleme unter die Arme zu greifen, ist die Cebit in diesem Jahr zu 100 Prozent auf Fachbesucher zugeschnitten, für Privatbesucher gibt es kein Angebot.

„Unser Ziel ist es, weiter zu wachsen“, sagt Christoph Hillermann von Innogames GmbH deutlich. Das habe man seit der Gründung kontinuierlich getan, in 2014 will der Entwickler von Onlinespielen erneut 100 zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Doch das sei nicht so leicht. Auch Jan Marquardt, Geschäftsführer des Softwareunternehmens Mindsmash GmbH, kennt das Problem nur zu gut: „Wir könnten als Firma deutlich wachsen, finden aber keine Leute.“ Professionelle Headhunter seien für eine junge Firma zu teuer und so hoffe man durch die Messe auf den direkten Kontakt zu Fachkräften aus ganz Deutschland.

Doch neben dem Fachkräftemangel beschäftigt auch das Thema nachhaltiger und sinnvoller Nutzung mit großen Datenmengen („Datability“) die Macher und Teilnehmer der Cebit. Genauso wie deren Schutz. Auf der Messe seien insgesamt 500 Unternehmen vertreten, die digitale Sicherheitslösungen für große Datenansammlungen anbieten. So soll die Messe eine Plattform für Diskussionen bieten. Außerdem stellt sich für viele Unternehmen die Frage, wie sie relevante Daten schnell herausfiltern, analysieren und nachhaltig nutzen können. Bei diesem noch recht jungen Trend der großen Datensammlungen gebe es noch viel zu lernen. „90 Prozent der verfügbaren Daten stammen aus den letzten zwei Jahren“, sagt von Saß. „Es steht uns eine spannende Zukunft bevor.

Die Cebit 2014, Messegelände Hannover: Vom 10. bis. 14. März präsentieren rund 500 Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen und stellen sich als Arbeitgeber vor. 100 Sprecher (u.a. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, Computerfachmann Steve Wozniak, IT-Sicherheitsexperte Eugen Kaspersky), 70 Stunden Programm, drei Bühnen.
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