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Landgericht Hamburg : Casa-Alfredo-Koch gesteht – Erpresser wurde eingemauert

vom
Aus der Onlineredaktion

Der mutmaßlicher Täter zahlte über Jahre 25.000 Euro Schutzgeld. Als seine Töcher bedroht wurden, rastete er aus.

Hamburg | Es ist kein gewöhnlicher Kriminalfall, der seit Mittwoch das Hamburger Landesgericht beschäftigt. Ein renommierter Koch aus St. Georg hat am 30. September 2015 einen Schutzgelderpresser mit dessen eigener Waffe erschossen. Im beliebten Restaurant Casa Alfredo geschah dies in einem hinteren Raum. Über mehrere Jahre sei er erpresst worden, so der Angeklagte Alfredo M. S. Die Leiche verscharrte er anschließend in einer offenen Betonmulde in der Küche und mauerte diese zu. Am 18. November kam die Polizei ihm auf die Schliche.

Der Koch ist geständig, nun gilt es aber zu klären, ob der Todesschuss im Gerangel, Affekt oder gar vorsätzlich fiel. Der 51-jährige Angeklagte – momentan gegen Auflagen auf freiem Fuß − erschien aufgeräumt in modischer roter Designerbrille. Immer wieder habe er „erhebliche Geldbeträge“ an den verstorbenen Ercan D., 49, zahlen müssen. Sein Restaurant im Souterrain an der belebten Kirchenallee direkt beim Hauptbahnhof sei gut gelaufen. Über mehrere Jahre seien es etwa 25.000 Euro gewesen, die er als Schutzgeld gezahlt habe, meist in Tranchen von 1000 Euro monatlich. D. habe hierbei immer ominöse Schattenmänner vorgeschoben, irgendwann habe er gemerkt, „dass er der Erpresser war“, so der Angeklagte.

Der Gastronom habe seinen Häscher und späteres Opfer gekannt, sei mit dessen verstorbenem Bruder befreundet gewesen. Waren Zahlungen fällig, machte eine Gang von Rumänen vor dem kleinen feinen Restaurant Alarm. „Irgendwann konnte ich meine Rechnung nicht mehr zahlen“, klagte Alfredo. Höhepunkt der Erpressungsversuche sei dann die Drohung gewesen, seinen Töchtern etwas anzutun.

So kam es am 30. September zum Showdown. Die Szenerie im Hinterraum spielte sich laut Anklageschrift wie folgt ab: Alfredo sei vom Tisch, wo die Waffe zwecks Drohung lag, aufgesprungen und habe auf seinen Kontrahenten gezielt. Dann sei er auf die Idee gekommen, die Leiche in einer Kuhle in der Küche zu verscharren, wo ein neuer Boden für eine Fettabscheide-Installation verlegt worden sei und habe diese zugeschüttet.

Der Prozess wird am 26. Mai fortgesetzt.

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