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Tödliche Messerattacke in Hamburg-Barmbek : Bundesbehörde soll Abschiebefrist für Angreifer verpasst haben

vom

Ahmad A. hätte schon 2015 nach Norwegen zurückgeschickt werden können. Das berichtete der Spiegel.

Hamburg | Der Hamburger Attentäter Ahmad A. sollte nach Informationen des Spiegels längst abgeschoben werden, doch die Behörden verpassten die Frist. Ahmad A. reiste im Frühjahr 2015 in Deutschland ein. Zuvor hatte er in Norwegen erfolglos einen Asylantrag gestellt. Nach dem Dublin-System hätte der Palästinenser unmittelbar dahin zurückgeschickt werden können. Norwegen gehört zwar nicht zur EU, hat sich allerdings dem Abkommen unterworfen.

Der 26-Jährige hatte am Freitagnachmittag in Hamburg-Barmbek mit einem Messer Passanten angegriffen. Er tötete einen 50-Jährigen und verletzte fünf Menschen schwer. Einige Männer nahmen die Verfolgung auf und konnten ihn stoppen.

Die Fingerabdrücke von Ahmad A. nahmen Beamte des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) schon im Mai 2015. Sie glichen sie mit der Dublin-Datenbank (EURODAC) ab und stellten fest, dass es bereits einen Treffer in Norwegen gab. Deshalb setzte die Fluchtlingsbehörde ein Rücknahme Ersuchen an die Skandinavier auf.

Der Haken dabei: Die Beamten verpassten die Frist, um einen Tag. Das räumte das Bamf auf Anfrage des Spiegels ein. Die norwegische Behörde weigerte sich daraufhin den Mann zurückzunehmen. Damit wurde Deutschland für ihn zuständig.

Es vergingen zwei Wochen, bis Ahmad A. nochmals angehört wurde. Der Asylantrag blieb daraufhin lange liegen. Die Hochphase der Flüchtlingskrise war angebrochen. Das Bamf lehnte seinen Beitrag erst einige Monate später, am 23. November 2016, ab. Zu diesem Zeitpunkt hätte er in die Palästinensergebiete abgeschoben werden können.

Dies scheiterte nach Angaben der Behörde daran, dass er keinen Pass besaß. Der junge Mann soll sich dann kooperativ gezeigt haben. Er gab an, in den Gazastreifen ausreisen zu wollen. Noch am Freitag habe er sich bei der Ausländerbehörde nach dem Stand der Dinge erkundigt.

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erstellt am 01.Aug.2017 | 15:11 Uhr

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