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CO2-Reduzierung : BUND und Handelskammer streiten um Klimaschutz in Hamburg

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Der richtige Weg zu mehr Klimaschutz: Strengere Vorschriften durch Politik und Behörden oder freiwillige Anstrengungen?

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2015 | 12:01 Uhr

Hamburg | Die Umweltorganisation BUND hat vom nächsten Senat schärfere Maßnahmen für den Schutz des Klimas gefordert. Der jüngste Anstieg der CO2-Emissionen in Hamburg zeige, dass die Hamburger Wirtschaft deutlich mehr tun müsse, sagte BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch. „Selbstverpflichtungen werden dem Problem nicht mehr gerecht und die Handelskammer ist offensichtlich der falsche Berater beim Thema Klimaschutz.“ Die Kammer habe sich bei jeder Gelegenheit gegen neue Vorgaben zur CO2-Reduzierung ausgesprochen und die Einsparleistung der Unternehmen im Rahmen der freiwilligen Selbstverpflichtung hervorgehoben, sagte Braasch. Im Ergebnis seien die CO2-Emissionen stärker als die Wirtschaftsleistung gestiegen.

Klimaschutz ist eines der wichtigen Themen in den laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen der SPD und den Grünen, stand bislang jedoch noch nicht auf der Tagesordnung. Den Grünen geht der Klimaschutz in Hamburg nicht weit genug und sie fordern verbindlichere Ziele.

Von 1990 bis 2012 sind die CO2-Emissionen in Hamburg um lediglich zehn Prozent zurückgegangen und das Ziel von 40 Prozent weniger Treibhausgas bis 2020 scheint kaum mehr erreichbar. Gerade ist das Kohlekraftwerk Moorburg kommerziell ans Stromnetz angeschlossen worden, das zusätzlich die Hamburger CO2-Bilanz belastet.

Die Kammer widersprach dem BUND. „Das Konzept der Freiwilligkeit ist nicht gescheitert, ganz im Gegenteil“, sagte Tobias Knahl, Leiter der Abteilung für Industrie, Energie und Umwelt. Als Beispiele nannte er die seit 2003 bestehende Umweltpartnerschaft Hamburg, bei der 963 Mitgliedsunternehmen durch freiwillige Maßnahmen mittlerweile 280.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparten. Dazu kämen 515.000 Tonnen pro Jahr durch freiwillige Selbstverpflichtungen. Ziel seien weitere 150.000 Tonnen bis 2018. „Zu Recht haben sich alle Parteien im Wahlkampf für eine Fortführung und Stärkung dieser kooperativen und dialogorientierten Strukturen ausgesprochen“, sagte Knahl.

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