P+R-Plätze im Hamburger Speckgürtel : Bürgerschaft: 25.000 Pendler-Parkplätze im Umland?

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Der P+R-Parkplatz in Neugraben.

Der P+R-Parkplatz in Neugraben.

Die CDU fordert die Erhöhung der Zahl der Parkplätze. Die Verkehrsbehörde weist den Verstoß zurück.

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29. August 2018, 18:28 Uhr

Hamburg | Eine neue Idee im Kampf gegen Staus auf Hamburgs Straßen: Die CDU schlägt vor, die Zahl der P+R-Plätze im Speckgürtel massiv zu erhöhen, um mehr Pendler zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen. Bei dem „ambitionierten Ausbauziel“ dürfe der Senat die Gemeinden und Nachbarländer allerdings nicht im Regen stehen lassen, sondern müsse einen „nennenswerten finanziellen Eigenbeitrag“ leisten. So steht es in einem CDU-Antrag, den die Bürgerschaft kommenden Mittwoch debattiert.

Knapp 70 Park-and-Ride-Anlagen mit rund 14.500 Stellplätzen gibt es im HVV-Gebiet des Umlandes, oft an den Haltestellen der Schnellbahnen. CDU-Verkehrsexperte Dennis Thering: „Aus Hamburger Sicht wäre es mehr als wünschenswert, die Zahl der P+R-Stellplätze im Umland bis Ende 2020 auf mindestens 25.000 zu erhöhen.“ Auf Hamburger Gebiet gibt es rund 8600 Plätze. 

Jeder Pendler, der das Auto vor den Stadttoren stehen lasse, bringt laut Thering eine dringend erforderliche Entlastung des Hamburger Straßennetzes: „Die Staustadt wächst seit Jahren unaufhaltsam. Ein Stauinfarkt jagt den nächsten, und SPD und Grüne schauen tatenlos zu.“ Außer einer besseren Baustellenkoordinierung setzen die Christdemokraten auf „intelligente wie pragmatische Lösungen“ zur Lenkung der Pendlerströme als „eine der wichtigsten verkehrspolitischen Zukunftsaufgaben überhaupt für die Stadt“.

Nach Beobachtung der CDU hält der Ausbau der Park-and-Ride-Anlagen mit der Zunahme des Verkehrs in der Metropolregion nicht annähernd Schritt. Laut Zahlen des Senats sei die Zahl der Pendler-Stellplätze im Speckgürtel seit 2016 zwar um rund sechs Prozent gestiegen – die Staustunden im selben Zeitraum aber um ein Viertel. 

Thering warnt Rot-Grün vor „Kleinstaaterei und Nabelschau“. Wer weniger Staus wolle, müsse auch die Ausweitung von Abstellmöglichkeiten außerhalb des Stadtgebiets mitfinanzieren: „Es ist im ureigenen Interesse Hamburgs, das Pendeln aus dem Umland mit den ,Öffis' aktiv zu unterstützen, statt darauf zu setzen, dass die Umlandgemeinden dies freundlicherweise aus eigener Tasche zum Wohle Hamburgs mit erledigen.“ 

Der Antrag fordert den Senat auf, zunächst den Finanzbedarf für die P+R-Offensive zu ermitteln und die Zahlen im Herbst vorzulegen. In welchen Orten neue Parkplätze entstehen könnten, lässt die CDU offen.

Die Verkehrsbehörde weist den Verstoß zurück und verweist auf das laufende P+R- sowie Bike-and-Ride-Entwicklungskonzept in der Metropolregion. Seit 2009 seien mit Mitteln des Fördertopfes der Metropolregion 3700 P+R-Plätze sowie 4250 B+R-Plätze im Speckgürtel geschaffen worden. Eine Sprecherin: „Der Senat wird aufgefordert, Dinge zu tun, die er ohnehin schon tut.“

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