Hamburg : Brutale Vergewaltigung einer Seniorin: Prozess gegen HIV-positiven Mann gestartet

Der 29-Jährige hatte eine Rentnerin in ihrer Wohnung mehrmals vergewaltigt. Die 82-Jährige erlitt ein Trauma.

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09. Januar 2018, 16:32 Uhr

Hamburg | Er ist HIV-positiv und soll eine 82-Jährige mehrfach vergewaltigt haben – eine Große Strafkammer am Landgericht Hamburg befasst sich seit Dienstag mit der brutalen Vergewaltigung der Seniorin im Stadtteil Wilhelmsburg. Angeklagt ist ein 29-Jähriger, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft HIV-positiv ist.

Laut Anklage soll der Mann die 82-Jährige am 8. Juli vergangenen Jahres in ihrer Wohnung überfallen haben. Er sei am Morgen kurz nach 8 Uhr über den Balkon in die Erdgeschosswohnung eingedrungen, sagte der Staatsanwalt. Die Seniorin habe noch vergeblich versucht, die Balkontür zuzudrücken. Der 29-Jährige habe die Frau jedoch zu Boden gestoßen und ihr den Mund zugehalten. In der folgenden Stunde habe er sie fünfmal vergewaltigt und es ein weiteres Mal versucht.

Die 82-Jährige sei an den Beinen, den Armen und am Mund verletzt worden. Sie habe sich anschließend einer HIV-Prophylaxe unterzogen, sei aber nicht infiziert worden. Die Nebenklagevertreterin des Opfers stellte nach Verlesung der Anklage einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit, dem alle Prozessbeteiligten zustimmten.

Der Angeklagte soll von der Seniorin nach der Misshandlung Geld gefordert haben. Als die Frau ihm einen Schein geben wollte, habe er ihr das Portemonnaie aus der Hand gerissen und die Wohnung mit zwei 50-Euro-Scheinen verlassen. Nur zwei Tage nach der Tat hatte die Polizei den 29-Jährigen in der Nähe des Tatortes festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen will sich der Angeklagte mit kahl rasiertem Schädel und blauem Kapuzenpulli vorerst nicht äußern, sagte sein Verteidiger.

Die Seniorin hat nach Angaben ihrer Anwältin auch psychische Schäden erlitten. „Meiner Mandantin geht es nicht sehr gut“, sagte die Nebenklage-Vertreterin. Doch eine Therapie zur Traumabewältigung mache erst nach dem Prozess Sinn. Die 82-Jährige habe einer möglichen Vernehmung vor Gericht mit großer Angst entgegengesehen. Die Strafkammer wollte sich am Dienstag zunächst die Videoaufzeichnung einer polizeilichen Anhörung der Frau ansehen und dazu die vernehmende Kripo-Beamtin hören. Das Gericht hat sechs Fortsetzungstermine bis zum 31. Januar angesetzt. Es sind zwei Sachverständige geladen.

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