ANSTOSS – Die HSV-Kolumne : Bruno Labbadia ist der größte Hoffnungsträger

Lars Zimmermann.
Lars Zimmermann.

Unser Autor befasst sich an diesem Sonntag mit einem sehr schönen Thema - der Hoffnung.

shz.de von
19. Juli 2015, 06:00 Uhr

Hamburg | Es ist schade, dass Jonathan Tah den HSV verlässt. Er hätte das Zeug dazu gehabt, mittelfristig zum Stammspieler und langfristig sogar zur Integrationsfigur zu werden. Trotz allem ist die Entscheidung richtig, ihn zu verkaufen.

Die Hamburger brauchen kurzfristig Geld, um ihren Kader aufzupeppen. Das konnte außer Tah kein anderer Spieler bringen. Der Innenverteidiger wäre  zumindest beim Saisonstart nur Ersatz gewesen.  So bringt ein Reservist die nötigen Mittel, um potenzielle Stammspieler zu verpflichten. Ohne die Tah-Millionen müsste der HSV mit fast unverändertem Kader in die neue Saison gehen -– nach den Horrorspielzeiten der vergangenen beiden Jahre wäre das ein unverantwortliches Risiko gewesen.

Größter Hoffnungsträger ist aber ohnehin kein Spieler, sondern der Trainer. Bruno Labbadia hat es geschafft, Aufbruchstimmung zu erzeugen. Erstmals seit gefühlten Ewigkeiten kann ein Trainer mit Kredit in die Saison starten und hat das Vertrauen von Führung und Fans. Das hat sich Labbadia allerdings auch redlich verdient – nicht nur dank des Klassenerhalts. Labbadia verkörpert Kompetenz und Leidenschaft. Es wäre schön, wenn mit ihm und Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer endlich wieder Ruhe beim HSV einkehrt. Der Sieg beim Telekom-Cup in der vergangenen Wochen ist letztendlich nur ein „Titelchen“ ohne Wert. Aber auch ein Hoffnungsschimmer. Die Mannschaft wirkte nämlich erstaunlich stabil. Labbadia und Beiersdorfer müssen ja auch nicht gleich eine neue Ära prägen. Es würde völlig ausreichen, wenn es ihnen gelingt, den HSV wieder zu einem Mittelklasseklub umzubauen.

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