Einbürgerungen : Brexit lässt mehr Briten in Hamburg Deutsche werden

Eingebürgerte Briten und Nordiren stehen damit in der Statistik erstmals unter den fünf wichtigsten Herkunftsländern.

shz.de von
22. Januar 2018, 12:17 Uhr

Hamburg | Der geplante Ausstieg Großbritanniens aus der EU hat in Hamburg offenkundig mehr Briten veranlasst, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Die Zahl ihrer Einbürgerungen hat sich 2017 auf 373 verdreifacht, wie das Einwohner-Zentralamt der Hansestadt am Montag mitteilte. Damit seien eingebürgerte Briten und Nordiren in der Statistik erstmals unter den fünf wichtigsten Herkunftsländern. Auch wenn die Gründe für diesen Wechsel nicht erfasst werden, sieht die Behörde einen Zusammenhang mit dem Brexit.

Nach Angaben der Behörde wurden im vergangenen Jahr 5608 Menschen eingebürgert, nach mehr als 5800 in den beiden Vorjahren. Das Gros kam mit 813 erneut aus Afghanistan. Es folgen die Türkei mit 499, Polen mit 409 und nach Großbritannien Iran mit 355 Einbürgerungen. Im Vergleich zum Vorjahr waren diese Zahlen allesamt rückläufig. Neben Briten wurden mit 297 wieder mehr Ghanaer eingebürgert (2016: 236).

Die Zahl der Einbürgerungsanträge lag mit rund 6500 knapp auf Vorjahresniveau (6606). Bis zur Entscheidung in dem Verfahren dauerte es den Angaben zufolge durchschnittlich fünf Monate.

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