Nachwuchsmangel in Hamburg : Brandmeister gesucht: Feuerwehr nimmt jetzt auch Kaufleute

Bruch mit der Tradition: Ab 1. Januar kann sich jeder mit einer abgeschlossenen Ausbildung bei der Feuerwehr HH bewerben

shz.de von
05. Januar 2018, 16:50 Uhr

Hamburg | Im Kampf gegen den Nachwuchsmangel setzt Hamburgs Polizei auf Ex-Soldaten - und auch die Kollegen der Berufsfeuerwehr gehen bei der Suche nach Personal neue Wege. Die Brandbekämpfer brechen mit der jahrzehntelangen Tradition, dass nur Handwerker, Techniker oder medizinisch vorgebildete Bewerber eine Ausbildung bei der Feuerwehr beginnen können.

Sprecher Jan Ole Unger: „Ab 1. Januar kann sich jede oder jeder mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf bewerben.“ Bisher war dies nur für Interessierte mit handwerklich-technischer oder medizinisch-pflegerischer Berufsausbildung möglich. Unger: „Die Beschränkung auf diese Bereiche ist aufgehoben.“ Der Beruf steht damit auch Quereinsteigern wie Kaufleuten, Werbern und Bankern offen. 

Hintergrund ist der hohe Nachwuchsbedarf bei der Berufsfeuerwehr, die derzeit etwa 3000 Menschen beschäftigt und jedes Jahr steigende Einsatzzahlen meldet. Wie bei der Polizei steht auch hier eine Pensionierungswelle bevor. Hinzu kommt eine geplante Aufstockung um 200 Mitarbeiter, unter anderem wegen neuer Aufgaben im Elbtunnel und in den drei Lärmschutzdeckeln über der A7.

Handwerkliches Geschick bleibt laut Unger dennoch unabdingbare Voraussetzung für den Job. Nachweisen müssen Kandidaten dieses künftig im Eingangstest. In der 18-monatigen Ausbildung lernen die Brandmeisteranwärterinnen und -anwärter die Grundlagen der Biologie, Chemie, Physik, Feuerwehrtechnik und Einsatztaktik. Sie werden in allen Funktionen des Löschfahrzeugs und zur Rettungssanitäterin beziehungsweise zum Rettungssanitäter ausgebildet. Zudem erhalten sie eine Qualifizierung zum Tragen von Atemschutzgeräten, absolvieren das Rettungsschwimmabzeichen und können einen Lkw-Führerschein machen.

Zwischen den Lehreinheiten an der Feuerwehrakademie gibt es Praktika an Feuer- und Rettungswachen sowie in Krankenhäusern. Besonders attraktiv: Die Ausbildung wird im Beamtenstatus auf Widerruf absolviert. Die monatlichen Bezüge übersteigen damit laut Unger ein reguläres Ausbildungsentgelt „bei Weitem“. Bewerbungsschluss für den Ausbildungsstart im Sommer ist der 31. Januar.

Infos unter: http://www.hamburg.de/ausbildung-feuerwehr

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen