„Hamburger Morgenpost“ : Brandanschlag auf „Mopo“: Vier Männer vor Gericht

Nach dem Brandanschlag auf das Archiv der Hamburger Morgenpost liegen verbrannte Dokumente vor dem Verlagshaus.
Nach dem Brandanschlag auf das Archiv der Hamburger Morgenpost liegen verbrannte Dokumente vor dem Verlagshaus.

Es sind junge Angeklagte. Sie sollen die „Mopo“ wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen angegriffen haben.

shz.de von
07. April 2017, 13:23 Uhr

Hamburg | Mehr als zwei Jahre nach einer versuchten Brandstiftung bei der „Hamburger Morgenpost“ kommen am Montag vier junge Männer vor Gericht. Die Angeklagten im Alter zwischen 20 und 22 Jahren sollen im Januar 2015 aus Verärgerung über Mohammed-Karikaturen zunächst versucht haben, eine Schule in Hamburg-Altona mit Molotowcocktails in Brand zu setzen. In dem Gebäude habe sich auch die Wohnung des Hausmeisters befunden, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag weiter mit. Schüler hatten die Karikaturen nach dem Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ aufgehängt.

In der folgenden Nacht sollen die Angeklagten aus demselben Grund versucht haben, Feuer im Verlagsgebäude der „Mopo“ zu legen. Die Molotowcocktails zündeten in einem Archivraum, die Feuerwehr konnte ein Ausbreiten der Flammen verhindern. Die Zeitung hatte die Karikaturen am 8. Januar 2015 auf der Titelseite gedruckt. Am Vortag hatten in Paris zwei Islamisten zwölf Menschen ermordet, darunter mehrere bekannte Karikaturisten von „Charlie Hebdo“. Der Prozess findet vor einer Großen Strafkammer am Landgericht statt, die Anklage lautet auf versuchte schwere Brandstiftung.

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