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Bahnstrecke Lübeck-Hamburg : Brände an Zuggleisen - Staatsschutz prüft Anschlag

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Wegen Feuern an den Gleisen fallen Züge in Hamburg aus. Ermittler prüfen, ob es sich um Brandstiftungen handelt.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 08:55 Uhr

Hamburg | Knapp drei Wochen vor dem G20-Gipfel haben Unbekannte in Hamburg und in mehreren anderen Bundesländern Feuer in Bahnanlagen gelegt. Im Norden war der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Lübeck nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) am Montag seit etwa 4.30 Uhr zwischen Rahlstedt und Ahrensburg in beiden Richtungen unterbrochen. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei nahm die Ermittlungen auf und prüft, ob es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt. Auch im im Stadtteil Eidelstedt und im Bereich Höltigbaum Kabel habe es neben den Gleisen gebrannt, erklärte ein Polizeisprecher am Montagmorgen.

Laut Bundespolizei wurden in der Nacht zum Montag insgesamt 13 Anschläge verübt sowie zwei verhindert. Angezündet wurden vor allem Kabel an Bahnstrecken. Menschen wurden nicht verletzt. Züge fielen aus, Reisende mussten mit Verspätungen zurechtkommen.

In Hamburg prüft die Polizei nach der Veröffentlichung eines möglichen Bekennerschreibens auf der Internetplattform „linksunten.indymedia.org“, ob zwei Brandstiftungen in der Hansestadt Teil der Anschlagsserie sind. „Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen“, sagte ein Polizeisprecher.

In der Nacht hatten Unbekannte im Stadtteil Eidelstedt und im Bereich Höltigbaum Kabelkanäle an Bahnstrecken angezündet und dabei auch Starkstromkabel neben dem Gleisbett beschädigt. Die Bahn richtete auf der Strecke Hamburg-Lübeck zwischen Rahlstedt und Ahrensburg zeitweise einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Der Regionalexpress fuhr nach Angaben eines Bahnsprechers am Nachmittag wieder.

Betroffen von den Brandstiftungen waren nach Angaben der Bundespolizei neben Hamburg auch Berlin, Köln, Dortmund, Leipzig und Bad Bevensen in Niedersachsen. Auch in Bremen habe es eine mutmaßliche Brandstiftung gegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Hannover.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte in Berlin, es sei noch zu früh für Aussagen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Sachbeschädigungen und dem bevorstehenden G20-Gipfel gebe. Aus Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins „Raster“. Allerdings sei es noch zu früh zu sagen, ob es tatsächlich authentisch sei. Indymedia versteht sich als offene Plattform zur freien Verbreitung von Informationen. In der Vergangenheit waren dort im Zusammenhang mit Bekennerschreiben zu Straftaten auch Fälschungen aufgetaucht.

Am 7. und 8. Juli treffen sich Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU in der Hansestadt. Im Vorfeld des G20-Gipfels hatten Linksextremisten wiederholt Aktionen und Anschläge angekündigt.

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