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Interaktive Karte : Blitzmarathon in Hamburg 2015: Hier blitzt die Polizei

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Blitzer-Fotos mit Ankündigung: Wer sich gut informiert, weiß, wo er eventuell abbremsen muss.

Hamburg | Autofahrer müssen sich in Hamburg am Donnerstag auf zahlreiche Geschwindigkeitskontrollen im Stadtgebiet einstellen. Von 6 bis 24 Uhr will sich die Hamburger Polizei an dem bundes- und europaweiten „Blitzmarathon“ beteiligen. Wo geblitzt wird, konnten die Bürger selbst mitbestimmen.

Schleswig-Holstein beteiligt sich in diesem Jahr nicht am Blitzmarathon. Grund dafür ist der große Polizeieinsatz beim G7-Treffen in Lübeck an Tagen davor. „Das ist organisatorisch gar nicht zu leisten“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

In 1052 Mails und 427 Anrufen machten Bürger Vorschläge, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten werteten die Anregungen aus, am Dienstag wollen sie bekanntgeben, an welchen Straßen in Hamburg das Tempo überwacht wird. „Die Ankündigung zeigt (...), dass es um den präventiven Aspekt der Verkehrssicherheit und nicht um die Einnahme von Bußgeldern geht“, erklärte eine Polizeisprecherin.

Die ausgewählten Straßen finden Sie in der interaktiven Karte. Einige der angezeigten Standorte können ungenau sein. Die Positionsmarken dienen als Orientierungshilfe.

Der ADAC unterstützt die Aktion auch aus diesem Grund. „Man kann den Abzockevorwurf definitiv nicht machen“, sagte ADAC-Hansa-Sprecher Christian Hieff. Geschwindigkeitsüberschreitung sei kein Kavaliersdelikt und in Flächenländern die Unfallursache Nummer eins.

Die Unfallstatistik für Hamburg zeige allerdings, dass überhöhte Geschwindigkeit in der Stadt nicht das große Problem sei. Die Hauptunfallursachen seien vielmehr Unaufmerksamkeit am Steuer, Fehler beim Abbiegen und Einfädeln und das Missachten roter Ampeln.

Auch eine komplette Überwachung des Autoverkehrs lehnt der ADAC ab. „Wir kommen langsam in den Überwachungsstaat hinein“, sagte Hieff mit Blick auf einen Modellversuch mit der sogenannten Section Control nahe Hannover. Dabei wird das Tempo eines Fahrzeugs beim Beginn und am Ende einer bestimmten Strecke gemessen und das Durchschnittstempo errechnet. Wer über dem Tempolimit liegt, muss zahlen. „Die Durchschnittsgeschwindigkeit sagte nichts über mein Fahrverhalten aus“, sagte Hieff. Theoretisch könnte ein Motorradfahrer auf 200 km/h beschleunigen, dann eine Zigarettenpause einlegen, und so ganz im Limit die zweite Kontrollstelle passieren.

Für sehr sinnvoll hält der ADAC die Ankündigung von stationären Blitzgeräten, wie an den Elbbrücken. Vor einigen Jahren seien die Geräte eine zeitlang abgeschaltet worden, und die Zahl der Unfälle habe sich wieder erhöht.

Die Hamburger Polizei setzt am Donnerstag noch auf eine andere Erziehungsmaßnahme: Schulkinder sollen sich an Geschwindigkeitsmessungen beteiligen, Raser mit anhalten und zur Rede stellen. Beim letzten Blitzmarathon im September vergangenen Jahres hatte die Hamburger Polizei nur wenige Verkehrssünder ertappt.

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erstellt am 16.Apr.2015 | 07:23 Uhr

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