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Evakuierung am Vormittag : Blindgänger in Hamburg-Wilhelmsburg entschärft

vom

Die 500-Kilo-Bombe lag direkt in einem Wohngebiet. Die Entschärfung musste mehrere Male unterbrochen werden.

shz.de von
erstellt am 25.Nov.2015 | 14:01 Uhr

Hamburg | Der Kampfmittelräumdienst der Hamburger Feuerwehr hat am Mittwoch eine Fliegerbombe mitten in einem Wohngebiet im Stadtteil Wilhelmsburg entschärft. Rund 4000 Anwohner mussten während der Entschärfung ihre Wohnungen verlassen.

Im Zweiten Weltkrieg fielen nach Schätzung des Kampfmittelräumdienstes 107.000 Tonnen Bomben auf Hamburg. 12 bis 13 Prozent davon sollen nicht explodiert sein.

Der Sprengmeister habe zunächst den Detonator aus dem 500-Kilo-Blindgänger entfernt, sagte Feuerwehrsprecher Werner Nölken. Dann musste der Detonator vor Ort gesprengt werden. Dies habe sich jedoch verzögert, weil immer wieder Personen in das abgesperrte Gebiet gekommen seien. Die Entschärfungsaktion musste dreimal unterbrochen werden.

Die Bombe sei stark deformiert gewesen, die Heckplatte des Sprengkörpers verschoben. „So hatten wir Probleme, überhaupt erstmal an den Zünder heranzukommen“, sagte der Leiter des Kampfmittelräumdienstes Peter Bodes. Auch die verformte Spitze der Bombe habe genau untersucht werden müssen, um das Vorhandensein eines zweiten Detonators auszuschließen.

Nach Abschluss der Entschärfung wurden die Absperrmaßnahmen aufgehoben. Die Bombe lag mitten in einem Wohngebiet. Auch Bewohner eines Pflegeheims mussten in Sicherheit gebracht werden. Etwa 250 Menschen nutzten eine Sporthalle als Notunterkunft.

Die englische Fliegerbombe war am Dienstagnachmittag bei Sondierungsarbeiten in drei Meter Tiefe entdeckt worden. Ein Entschärferteam begutachtete den Sprengkörper und beschloss, die Entschärfung bei Tageslicht durchzuführen. Die Feuerwehr sprach von einer komplexen Lage.

In der Nähe des jüngsten Fundorts steht ein ehemaliger Flakbunker, der im Krieg eine wichtige Militärstellung war und inzwischen zu einem regenerativen Kraftwerk mit Großwärmespeicher umgebaut wurde. Hamburg war eine der am stärksten bombardierten Städte in Deutschland. Angriffsziel Nummer eins war der Hafen.

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