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Kommentar zum DOSB-Vorschlag : Bewerbung um Olympische Spiele 2024: Hamburg passt zu neuen Spielen

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Mit der Entscheidung für Hamburg hat sich der DOSB selbst den Rücken frei gehalten. Ein Kommentar von Jürgen Muhl.

Mit einer Kostprobe von hanseatischem Jubel haben die Hamburger am Montagabend die aus norddeutscher Sicht äußerst erfreuliche Nachricht aus Frankfurt aufgenommen. Hamburg hat sich beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gegen Berlin durchgesetzt und geht als deutscher Bewerber zur Ausrichtung der Sommerspiele im Jahr 2024 ins Rennen.

Es gibt allerdings noch eine Hürde zu nehmen. Während das Votum der DOSB-Mitgliederversammlung am Samstag nur noch als Formsache einzuordnen ist, müssen die Bürger der Hansestadt in einer Art Volksbefragung im Herbst dieses Jahres mit mindestens 50 Prozent zustimmen. Nach der ersten Stichprobe, bei der Hamburg mit 64 Prozent gegenüber Berlin mit 55 Prozent die Nase vorn hatte, darf man getrost von einer nordischen Olympia-Offensive ausgehen.

Mit der Entscheidung für Hamburg hat sich der DOSB selbst den Rücken frei gehalten. Zum einen ist dies der zu erwartende große Bürger-Zuspruch in der Hansestadt. Zum andern kommt Hamburg den Reformgedanken des Internationalen Olympischen Komitees sehr nah. Das IOC verabschiedet sich von der Gigantomanie der olympischen Vergangenheit. Vorbei ist es mit Attributen wie noch größer, noch teurer, noch luxuriöser. Stattdessen mehr Nachhaltigkeit, mehr Transparenz, weniger Kosten – was auch die Nutzung vorhandener Sportstätten einschließt.

Im letzten Punkt mag Hamburg die Berliner Voraussetzungen nicht erfüllen, insgesamt aber entspricht das Konzept der norddeutschen Olympia-Macher exakt der Reform-Agenda. Das IOC will eine Art von neuen Spielen. Und braucht dazu eine Stadt vom Format Hamburgs.

Profitieren will auch Schleswig-Holstein. Kiel und Lübeck wollen unbedingt die Segel-Wettbewerbe aufs Wasser holen. Wissen doch auch diese beiden Städte und das Umland, dass mit Olympia frisches Geld in die Verkehrs-Infrastruktur fließt. Wie auch 1972, als München und Kiel kooperierten und die heute marode Rader Hochbrücke mit olympischem Flair eingeweiht wurde. Wiederholung möglich.

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erstellt am 17.Mär.2015 | 06:31 Uhr

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