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Prozess in Hamburg : Bewährung und Arbeitsleistungen: Urteile gegen „Mopo-Brandstifter“ gefallen

vom
Aus der Onlineredaktion

Die vier Angeklagten sollen aus Verärgerung über Mohammed-Karikaturen Feuer im Verlagsgebäude und einer Schule gelegt haben.

shz.de von
erstellt am 20.Jul.2017 | 17:40 Uhr

Hamburg | Wegen zweier islamistisch motivierter Brandanschläge auf das Verlagsgebäude der „Hamburger Morgenpost“ und auf eine Schule in Altona hat das Landgericht vier junge Männer verurteilt. Drei von ihnen bekamen Bewährungsstrafen von bis zu zwei Jahren, obendrein wurden ihnen Arbeitsleistungen auferlegt. Einer der Männer wurde ausschließlich zu Arbeitsleistungen verurteilt.

Nach Überzeugung der Jugendkammer verübten die Angeklagten die Taten im Januar 2015 aus Verärgerung über die Mohammed-Karikaturen von „Charlie Hebdo“, die die „Mopo“ nach dem Terroranschlag auf das französische Satire-Magazin nachgedruckt hatte. Der mörderische Anschlag von Paris sei der Ausgangspunkt für die Taten in Hamburg gewesen. „Das macht sie so dramatisch und so erschreckend“, sagte die Vorsitzende Richterin Anne Meier-Göring am Donnerstag.

Zwei der Männer im Alter zwischen 20 und 22 Jahren hatten zunächst versucht, nachts die Schule in Brand zu setzen, weil Schüler in einem Klassenraum die Karikaturen aufgehängt hatten. In der folgenden Nacht zum 11. Januar 2015 legten alle vier Angeklagten gemeinsam Feuer bei der „Mopo“. Während an der Schule nur leichter Sachschaden entstand, konnte die Feuerwehr im Verlagsgebäude gerade noch einen Vollbrand verhindern. Der bei der Zeitung angerichtete Schaden betrug 100.000 Euro.

Das Gericht hielt dreien der jungen Männer zugute, dass sie umfassende Geständnisse ablegten und Reue bekundeten. Dem vierten Angeklagten nahmen die Richter nicht ab, sich vor dem Anschlag auf die „Mopo“ entfernt zu haben.

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