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Pläne für Olympia-Bewerbung : Berlin und Hamburg legen Konzepte vor

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Lange haben Hamburg und Berlin gebrütet und geplant. Nun legen beide Städte ihre mit Spannung erwarteten Ergebnisse zu einer Bewerbung für Olympische Sommerspiele und Paralympics 2024 oder 2028 vor.

Hamburg | Berlin oder Hamburg - wer hat das bessere Konzept? Zeitgleich präsentieren beide Städte am Montag um 11 Uhr ihre Antworten auf Fragen des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) zu einer Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028.

In der Hansestadt stellt Bürgermeister Olaf Scholz die Ergebnisse vor, in Berlin tritt der Noch-Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit an (beide SPD). Der DOSB will dann spätestens am 6. Dezember entscheiden, ob und mit welcher Stadt sich Deutschland für Olympische Sommerspiele und Paralympics in 10 oder 14 Jahren bewirbt.

Scholz wird bei seinem Auftritt im Rathaus begleitet von Sportsenator Michael Neumann (SPD), der Chefin des Olympiastützpunkts Hamburg/Schleswig-Holstein, Ingrid Unkelbach, dem Präsidenten des Hamburger Sportbundes, Jürgen Mantell, und von Handelskammerpräses Fritz Horst Melsheimer.Hamburg musste die Fragen bis Sonntag beantworten. 46 Seiten sind es geworden. So viel ist inzwischen bekannt. Auch, dass die Spiele vornehmlich mitten in der Stadt auf dem kleinen Grasbrook, einer Elbinsel, ausgetragen werden sollen, gilt als gesetzt. Zudem machen bereits Ideen die Runde, was nach dem Sportspektakel etwa mit den Sportanlagen passieren soll. So könnte das geplante Olympia-Stadion von 70 000 auf rund 25 000 Plätze zurückgebaut und durch Büros ergänzt werden, über deren Miete dann der Unterhalt bezahlt werden soll. Außerdem gibt es Ideen, die Olympia-Halle anschließend in ein Kreuzfahrtterminal umzurüsten.

Das letzte Wort bei einer Olympia-Bewerbung haben in Hamburg die Hamburger selbst. Sie entscheiden voraussichtlich im Frühling 2015 in einem Referendum verbindlich, ob die Hansestadt antreten soll. In Berlin ist das bislang nicht vorgesehen. Jüngste Umfragen lassen zwar auf eine steigende Begeisterung der Hamburger für Olympia schließen - inzwischen sind 73 Prozent dafür. Doch fast genauso viele Hanseaten machen sich auch Sorgen um die Nachhaltigkeit, das Geschäftsgebaren des IOC und vor allem um die Kosten der Spiele. Denn die sind bislang gänzlich unklar. Nach Angaben der Handelskammer kommen auf die Stadt Summen von ein bis zwei Milliarden Euro für den Neubau und die Sanierung von Sportstätten zu. Die mutmaßlich rund drei Milliarden Euro für die Abwicklung der Spiele selbst oblägen dem IOC. Völlig unklar sind die Kosten für die Infrastruktur, etwa Straßen oder Bahnen, da nicht feststeht, was überhaupt angegangen werden soll. Entsprechend machen auch die Olympia-Gegner mobil. So haben Vertreter von (N)Olympia-Hamburg Bürgermeister Scholz bereits ebenfalls 13 Fragen zukommen lassen. So möchten sie etwa wissen, ob das nach eigenen Angaben reformwillige IOC bereit wäre, sich halbjährlich von „Transparency International“ durchleuchten zu lassen. Aber auch die Kosten treiben die Kritiker um. So sei die Ausrichtung der Olympischen Spiele in London um das 3,7-Fache teurer geworden als die ursprüngliche Kostenschätzung von 3,06 Milliarden Euro.

Für die Umweltorganisation Nabu darf eine Olympia-Bewerbung nicht zu Lasten der Natur gehen. „Besonders wichtig ist uns (...), ob Hamburgs Bewerbung zukunftsweisend tatsächlich auch Grenzen des Wachstums insbesondere bei der städtischen Flächen-Inanspruchnahme in den Blick nimmt“, erklärte Nabu-Chef Alexander Porschke. Bislang sei dies eher nicht geschehen. So sei von 2011 bis 2013 durch Bebauungsplan-Festsetzungen mehr als die Fläche der Außenalster an Grün (mindestens 172 Hektar) anderen Zielen gewidmet worden.

Klar für Olympia und Hamburg als Ausrichterstadt sprach sich CDU-Bundesvize Julia Klöckner aus. „Für Deutschland wäre eine Hamburger Bewerbung die Chance, der Welt mal ein anderes Gesicht zu zeigen: das Gesicht einer Hafenstadt, die Deutschlands Tor zur Welt ist, die Architektur einer alten Hansestadt, die Weltoffenheit der Menschen“, sagte sie dem „Hamburger Abendblatt“ (Samstag). Berlin sei bereits Sitz von Regierung und Botschaften, Ausrichter großer Empfänge und Veranstaltungen.

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erstellt am 31.Aug.2014 | 09:56 Uhr

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