Neue Werbekampagne : „Baywatch“ und „Träume leben“ – Hamburger Polizei sucht Nachwuchs

Zielsicher zu neuem Personal: Innensenator Andre Grote (rechts) und Polizeipräsident Ralf Martin Meyer präsentieren die Kampagne.

Zielsicher zu neuem Personal: Innensenator Andre Grote (rechts) und Polizeipräsident Ralf Martin Meyer präsentieren die Kampagne.

Unter dem Motto „Wird sind die Guten. Und suchen die Besten.“ wirbt die Hansestadt um die Beamten der Zukunft.

shz.de von
30. Juni 2018, 11:02 Uhr

Hamburg | Der demografische Wandel erwischt Hamburgs Polizei mit voller Wucht. In den kommenden fünf Jahren geht fast ein Drittel der etwa 7000 Vollzugsbeamten in Pension. Angesichts schrumpfender Jahrgänge und Konkurrenz anderer Berufe sowie Bundesländer wird es immer schwerer, die Lücken zu füllen. „Wir suchen dringend Nachwuchs“, sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer am Freitag bei der Vorstellung einer neuen Werbekampagne für Hamburgs Polizisten der Zukunft. Motto: „Wird sind die Guten. Und suchen die Besten.“

„Bei uns kannst du deine Träume leben“, lautet einer der neuen Werbeslogan.
Polizei Hamburg

„Bei uns kannst du deine Träume leben“, lautet einer der neuen Werbeslogan.

 

„Dynamisch, emotional, packend und witzig“ komme die Werbekation daher, um die Zielgruppe punktgenau zu erreichen, so Meyer. Die Kampagne setzt auf eingängige Videos, Präsenz in sozialen Medien wie Facebook und Twitter – und auf authentische Vorbilder. Anders als bisher treten in den Filmen und auf den Plakaten keine Schauspieler in Uniform auf, sondern wahrhaftige Hamburger Ordnungshüter.

So wie Fabian Haynes, 36 Jahre alt, seit zwölf Jahren dabei und inzwischen Polizeihauptmeister. Die Kamera folgt ihm auf dem Weg per U-Bahn von der Hafencity über die Landungsbrücken bis zur Davidwache. Manchmal, sagt Haynes aus dem Off, gehe es im Polizistenberuf darum, „auch mal an sein Limit zu gehen und echte Verantwortung zu übernehmen“.

Anders als bisher treten in den Filmen und auf den Plakaten keine Schauspieler in Uniform auf, sondern wahrhaftige Hamburger Ordnungshüter.
Polizei Hamburg

Anders als bisher treten in den Filmen und auf den Plakaten keine Schauspieler in Uniform auf, sondern wahrhaftige Hamburger Ordnungshüter.

 

Andere Motive zeigen Polizisten als „Baywatcher“ im Schlauchboot auf der Elbe, „handfest“ beim Anlegen von Handschellen und als „Friedensstifter“ im Szenelook mit Kapuzenpulli. Innensenator Andy Grote (SPD) unterstrich mit seiner Anwesenheit die Bedeutung der Personalfindung. Das frische Recruiting-Format lobte es als „attraktiv, modern und selbstbewusst“. Laut Innensenator läuft die Einstellungsoffensive der Polizei auf Hochtouren, allein in diesem Jahr würden fast 600 Nachwuchskräfte eingestellt. Der Senat hat angekündigt, nicht nur freiwerdende Stellen nachzubesetzen, sondern die Zahl der Polizisten um 300 zu erhören. 

Gesucht werden Bewerber sowohl für eine Ausbildung als Schutzpolizist als auch für ein Studium an der Polizeiakademie. Trotz des verschärften Nachwuchsmangels nimmt die Polizei allerdings weiterhin längst nicht jeden Interessenten. Zu den Voraussetzungen zählen unter anderem körperliche Fitness, Belastungsfähigkeit, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Abitur, ein „saniertes, kariesfreies Gebiss“ – sowie eine Mindestgröße von 1,60 Metern. Die deutsche Staatsbürgerschaft ist dagegen nicht erforderlich.

Am Anfang steht ein zweitägiger Einstellungstest, bei dem die Bewerber auf Herz und Nieren geprüft werden. Dazu zählen außer einem Diktat, einer ärztlichen Untersuchung, einem Sporttest und einer kognitiven Leistungsprüfung auch ein Rollenspiel. 

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