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Wegzug der Holsten Brauerei : Bauen statt Brauen: Das wird das neue Hopfen-Viertel in Hamburg-Altona

vom
Aus der Onlineredaktion

Die traditionsreiche Holsten-Brauerei in Hamburg verlagert ihre Produktion an den südlichen Stadtrand. Doch Bier soll Altona erhalten bleiben.

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2016 | 18:26 Uhr

Hamburg | Der Holsten-Ritter reitet weiter, aber er bleibt in Hamburg: Die letzte Großbrauerei der Stadt verlässt voraussichtlich nach 137 Jahren ihren Stammsitz in Altona und baut im Stadtteil Hausbruch eine neue Betriebsstätte. Der Umzug soll voraussichtlich 2018 erfolgen, teilten die Verantwortlichen des Mutterkonzerns Carlsberg am Mittwoch mit. Das freiwerdende Gelände im Herzen Altonas soll dann ab 2022 zur neuen Heimat für etwa 7500 Menschen werden.

„Holsten und Astra gehören zu Hamburg wie HSV und St. Pauli“, sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) bei der Vorstellung der Pläne. Er sei heilfroh, dass die Bierproduktion gehalten werden konnte, bei Brauereiumzügen sei dies eher ungewöhnlich. Auch Carlsberg stelle sein Bier inzwischen außerhalb Kopenhagens her.

Laut Carlsberg-Deutschlandchef Sebastian Holtz ist das bisherige Gelände für eine industrielle Nutzung nicht mehr zeitgemäß. Hintergrund sei unter anderem der sinkende Bierabsatz hierzulande. Die Herstellungskosten lägen in Altona 50 Prozent höher als bei anderen Carlsberg-Braustätten in Europa. Der Neubau in Hausbruch wird eine Kapazität von einer Million Hektolitern pro Jahr haben, ein Fünftel weniger als die derzeit in Altona produzierte Menge. Wie viele der nich 460 Arbeitsplätze durch die Verkleinerung verloren gehen, vermochte Holsten nicht zu sagen.

Die Abfüllanlage aus dem Jahr 2013 wird mit umziehen von Altona in den Hamburger Süden. Die Holsten-Verwaltung bleibt dagegen am alten Platz und will dort als Mieter weiterarbeiten.

Das neue Hopfen-Viertel: 1500 Wohnungen auf 86.500 Quadratmetern

Animation der möglichen Bebauung des Holsten-Geländes. Im Bild der Julius-Turm mit dem Holsten-Wappen, der erhalten bleibt. Er soll künftig eine Mikrobrauerei oder ein Biermuseum beherbergen.
Animation der möglichen Bebauung des Holsten-Geländes. Im Bild der Julius-Turm mit dem Holsten-Wappen, der erhalten bleibt. Er soll künftig eine Mikrobrauerei oder ein Biermuseum beherbergen. Foto: Oezen-Reimer+Partner
 

Holsten macht den Weg frei für ein neues großes Stadtquartier mit rund 1500 Wohnungen, dazu Büros, Läden und Gewerbe. Das 86.500 Quadratmeter große Areal zwischen Holstenstraße und Bahnhof Altona grenzt an die Neue Mitte Altona, das zweitgrößte Wohnungsbaugebiet Hamburgs. 30 Interessenten wollten das Filetstück kaufen. Den Zuschlag erhielt die Düsseldorfer Gerch-Group, die dort 750 Millionen Euro investieren will. Gerch-Geschäftsführer Mathias Düsterdick kündigte den Bau eines „Hopfen-Viertels“ mit Wohnungen für etwa 7500 Menschen an. „Es wird einen Drittelmix geben: ein Drittel frei finanziert, ein Drittel öffentlich gefördert, ein Drittel Eigentumswohnungen.“

Die Historie des Areals solle Teil der neuen Architektur werden, versprach Düsterdick. So blieben der Julius-Turm und das Sudhaus erhalten. In eines der Gebäude soll später ein Biermuseum oder eine „Mikrobrauerei“ einziehen. Das Konzept für das geplante Hotel werde überdies das Motto „Bier“ beinhalten.

Das genaue Aussehen des Hopfen-Viertels ist noch offen, für die Gestaltung wird ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben. Klar ist bereits, dass die Wohnbauten fünf bis höchstens Stockwerke hoch sein und überwiegend traditionelle Hamburger Rotklinkerstil-Fassaden erhalten werden.

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