St. Pauli Theater : „Bambi – Das Waldical“ in Hamburg

Die Darsteller Alexandra Kurzeja als Faline (links) und Torben Bartsch als Bambi.

Die Darsteller Alexandra Kurzeja als Faline (links) und Torben Bartsch als Bambi.

Mit „Bambi“ hat Autor Christian Berg seine mittlerweile 30. Musicalproduktion umgesetzt.

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02. März 2018, 21:20 Uhr

Hamburg | Regisseur und Autor Christian Berg versteht es, Kinder und Erwachsene gleichermaßen mit seinen Stücken in den Bann zu ziehen. Immer dabei: eine Botschaft oder Moral der Geschicht. Mit „Bambi“ hat er jetzt im St. Pauli Theater ein Waldabenteuer auf die Bühne gebracht, das vor liebevollen Details und Talenten nur so strotzt.

Es tanzt der ganze Wald, der freche Herr Hase, die weise Eule und der mächtige Hirsch. Warmherzig und einfühlsam sind die Charaktere ausgearbeitet, die Dialoge lustig und pfiffig, aufmerksam und bedacht. Bevor Bambi auf die Bühne kommt, gibt es wildes Getrommel, Vogelgezwitscher und einen Strauch, der sprechen kann. Märchenmacher Christian Berg hat sich im Blätterkostüm getarnt, macht Witze, auch politische, er könne sich auch George Bush nennen oder bei den Grünen sein.

Grund zum Verstecken hat er nicht. Mit „Bambi“ hat der Autor seine mittlerweile 30. Musicalproduktion umgesetzt. Im Winterhuder Fährhaus bricht er jedes Jahr zur Weihnachtszeit seine eigenen Zuschauerrekorde. Tausende Zuschauer sahen allein 2015 seine Version der „Schneekönigin“ nach Hans-Christian Andersen. Nach Ausflügen in die englische Literatur mit Charles Dickens „Weihnachtsgeschichte“ und „Oliver Twist“, den Klassikern „Das Gespenst von Canterville“ und „Rapunzel“, bringt der Hamburger, im 95. Jahr nach Erscheinen des Original-Bambi-Buchs von Felix Salten, „Bambi - Das Waldical“ auf die Bühne.

Die Darsteller Torben Bartsch als Bambi (von links), Petter Bjällö als Herr Hase und Alexandra Kurzeja als Faline.
dpa
Die Darsteller Torben Bartsch als Bambi (von links), Petter Bjällö als Herr Hase und Alexandra Kurzeja als Faline.
 

Die Geschichte beginnt. Christian Berg entledigt sich den Blättern und mimt den Erzähler. Der kleine Rehbock muss erwachsen werden. Bambis Mama erklärt ihm die Welt und das Leben, zeigt ihm die Gefahren des Waldes und wie er sich schützen kann. Es ist eine Geschichte mit vielen Lebensweisheiten und Botschaften – „Müll gehört nicht in den Wald“ oder „Tut nur das, was ihr, und nicht andere von euch erwarten“. Es musste so kommen: Eines Morgens ist Bambis Mama verschwunden, der Schuss eines Jägers hallt durch das St. Pauli Theater, in Reihe Sieben fängt ein Kind an zu weinen. Der Tod unumgänglich, die Geschichte geschrieben? Nicht für Christian Berg. Im Gegensatz zu Buch oder dem späteren Walt-Disney-Film ist sein Stück eins mit Happy End, eins, von der es keine schlechten Träume gibt. So sind die Tränen schnell getrocknet und Mama wieder da. Die Story ist aufs Wesentlichste verkürzt und funktioniert so auch bereits für Kinder ab vier Jahren.

Sechs Schauspieler schlüpften in die Rollen von Bambi und seinen Freunden, singen, tanzen, spielen herausragend. Dabei werden Bambi (Torben Bartsch), seine Mutter (Raphaela Groß-Fengels), das junge Rehkitz Faline (Alexandra Kurzeja) und Frau Elster (Lea Fischer) mit Handpuppen zum Leben erweckt. Die handgefertigten Puppen von „Zuckerli's Puppet Workshop“ sind in naturgetreuer Größe und bewegen sich durch die Schauspieler, durch Griff am Rücken und Eingriff am Nacken.

Die Musik zum Stück schuf der schwedische Komponist Paul Glaser. Eingängige Melodien mit niedlichen Wortspielen bereichern das Stück. „Husch husch husch, da ist doch was im Busch“ bleibt auch nach 90 Minuten im Ohr. Noch bis Ostermontag ist Bambi in Hamburg zu sehen. Dann zieht es weiter nach Stuttgart.

Bambi-Termine

  • Samstag, 17. März, 15 Uhr
  • Samstag, 24. März, 14 Uhr
  • Sonntag, 25. März, 11 und 14 Uhr
  • Sonntag, 1. April und Ostermontag, 2. April, jeweils 11 und 14 Uhr

St. Pauli Theater, Spielbudenplatz 29 - 30, 20359 Hamburg. Tickets von 21 bis 26 Euro unter 040/47110666 oder www.st-pauli-theater.de.

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