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Verdacht auf Kindesmisshandlung : Baby Tayler in Hamburg gestorben

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Der Fall hat Entsetzen in Hamburg ausgelöst: Ein Baby soll so schwer geschüttelt worden sein, dass es an den Folgen starb. Im Verdacht stehen seine Mutter und ihr Lebensgefährte.

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2015 | 12:10 Uhr

Hamburg | Der zwölf Monate alte Junge aus Hamburg, der schwer misshandelt worden sein soll, ist eine Woche nach seiner Einlieferung in ein Krankenhaus gestorben. Das Baby aus dem Stadtteil Altona-Nord erlag nach Angaben von Oberstaatsanwalt Carsten Rinio am Samstagabend im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) seinen Verletzungen. Zuvor hatten die Online-Ausgabe der „Bild“-Zeitung und NDR 90,3 über den Tod des Jungen berichtet. Sie sei erschüttert und bestürzt, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) dem NDR.

In Hamburg waren in der Vergangenheit immer wieder Fälle von schwerer Kindesmisshandlung bekanntgeworden. Erst Ende November hatte das Landgericht einen 27-Jährigen wegen schwerer Kindesmisshandlung zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hatte nach Überzeugung des Gerichts seinen drei Monate alten Sohn so heftig geschüttelt, dass dieser seit der Tat Ende April schwerstbehindert ist. Vor zwei Jahren wurde Yagmur von ihrer Mutter getötet.

Rinio sagte, dass der Leichnam des Kindes namens Tayler am Sonntagabend im Institut für Rechtsmedizin untersucht werden sollte. Ergebnisse würden frühestens für Montag erwartet. Tayler wurde nach Rinios Angaben vermutlich durch Schütteln erheblich verletzt. Ermittelt werde gegen die 22 Jahre alte Mutter des Kindes und ihren 26 Jahre alten Lebensgefährten, der nicht der Vater sei.

Medienberichten zufolge wurde die Familie vom Jugendamt betreut. Nur einen Tag bevor das Kind am Samstag vergangener Woche ins UKE gebracht wurde, hatte demnach eine sozialpädagogische Familienhilfe die Familie besucht. Die Fachkraft habe blaue Flecken dokumentiert, aber nicht an den Allgemeinen Sozialen Dienst weitergemeldet, hieß es.

„Das ist nach unserem Kenntnisstand so gewesen“, sagte am Sonntag ein Sprecher des Bezirksamts Altona. Die Jugendhilfeinspektion sei eingeschaltet worden, um dem nachzugehen. Die Bezirksamtsleitung werde alles dafür tun, um aufzuklären, wie es dazu kommen konnte. „Wir untersuchen den Gesamtkomplex“, kommentierte Rinio.

Nach Medienberichten, die der Deutschen-Presse-Agentur bestätigt wurden, war Tayler bereits im Sommer wegen eines Schlüsselbeinbruchs im Krankenhaus. Das Jugendamt wurde demnach eingeschaltet und Tayler von seiner Mutter getrennt. Nach wenigen Wochen wurde er aber der 22-Jährigen zurückgegeben, hieß es.

Am Tag der Klinikeinweisung des Jungen seien Taylers Mutter und ihr Lebensgefährte vorläufig festgenommen, dann aber wieder auf freien Fuß gelassen worden, sagte Rinio. „Die Voraussetzungen eines Haftbefehls lagen nicht vor.“ Der Oberstaatsanwalt bestätigte, dass die 22-Jährige ein weiteres Kind hat, das in Obhut genommen worden ist. Nach Medienberichten handelt es sich dabei um einen sechs Jahre alten Jungen, der in einem Kinderschutzhaus untergebracht ist.

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