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Konzert im Volksparkstadion : "AxlDC": So rocken AC/DC und Axl Rose in Hamburg

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Als Axl/DC wird diese Kombination in die Rockgeschichte eingehen: Die australischen Hardrock-Veteranen geben in Hamburg ihr umjubeltes Deutschland-Debüt.

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erstellt am 27.Mai.2016 | 03:38 Uhr

Hamburg | "Du rockst das Axl!", ruft der Fan, ein Mittfünfziger mit lichtem Haar, den man sonst als Filialleiter der Sparkasse vermuten würde. Nur dass er sich die Anzughose über knapp den Knien etwas unbeholfen abgeschnitten hat. Axl hört das natürlich nicht, der ist etwa ein Fußballfeld entfernt und tänzelt gekonnt über die Bühne, was gar nicht so einfach ist mit Gehgips am Bein. Dennoch wirkt er fast leichtfüßig. Noch beim Tour-Auftakt Anfang Mai in Lissabon musste der Sänger die Show im Sitzen über die Bühne bringen. Von seiner Präsenz hat Axl Rose, legendärer Frontmann von Guns'N-Roses, aber nichts eingebüßt. Die Hardrock-Ikone ist schräg wie immer - im Quietscheenten-Shirt, glitzernden Kreuzketten und schwarzem Cowboyhut.

Dass die Fans auch in Hamburg kein Original-AC/DC hören würden, war schon seit Wochen bekannt. Sänger Brian Johnson musste die laufende "Rock or Bust"-Tournee aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Er hätte sonst taub werden können, sagten die Ärzte. Doch Axl Rose vertritt ihn engagiert und passt besser zur Band, als man anfangs vermutet hatte. Und wenn eine Tour schon "Rock or Bust" heißt, entscheidet man sich auch für ersteres. 48.000 Fans dachten in Hamburg genauso.

Angus Young - wie immer in Schuluniform.

Angus Young - wie immer in Schuluniform.

Foto: dpa
 

Vor allem Gitarrist Angus Young sorgte für die nötige Portion AC/DC auf der Bühne und begeisterte mit einem minutenlangen Mammut-Solo, dass er mal in seinem typischen Hoppelgallopp und mal stehend spielte, nur um sich dann dynamisch auf den Boden zu werfen und liegend weiterzurocken, sich drehend wie eine Krabbe beim Breakdance.

Der 61-Jährige gönnte sich in der gut zweistündigen Show keine ruhige Minute. Für Balladen geht niemand zu einem AC/DC-Konzert, also gab der Senior in Schuluniform einfach dauerhaft Vollstoff, ob beim aktuellen Titelsong  "Rock or Bust" oder bei Klassikern wie Thunderstruck, Hells Bells und TNT. Schon bald riss Angus Young sich die rote Uniformjacke vom Leib. Und nachdem er etwas später auch die Krawatte abgetüddelt hatte, nutzte er sie, um damit auf der Gitarre ein abstraktes Klangkunstwerk zu schreddeln.

Axl Rose hat seinen ganz eigenen Modestil.

Axl Rose hat seinen ganz eigenen Modestil.

Foto: dpa
 

Die Konzerte von "Axl/DC" werden wohl auch wegen dieser explosiven Mischung aus den Rampensäuen Axl Rose und Angus Young in die Rockgeschichte eingehen. Doch auch wenn die Band so funktioniert - auch wenn der Funke zum Publikum schon beim ersten Song wunderbar überspringt: Die Kombination der beiden Hardrock-Herren wird es nach der laufenden Tournee wohl nicht mehr regelmäßig geben. Axl Rose tourt eigentlich auch mit Guns N'Roses und seinem alten Kollegen Slash. Und der unermüdliche Brian Johnson betonte vor fünf Wochen, er wolle zurückkehren: "Meine Ärzte haben mir gesagt, dass ich weiter in Studios Musik aufnehmen kann, und das will ich auch tun."

Weitere Tour-Termine
29. Mai Bern
1. Juni Leipzig
4. Juni London
9. Juni Manchester
12. Juni Aarhus
15. Juni Düsseldorf

(mit dpa)

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