Kontrollen am Wochenende : „Autoposer“: Polizei zieht in Hamburg 18 Fahrzeuge aus dem Verkehr

Tobias Hänsch von der Kontrollgruppe „Autoposer“ überprüft einen Mercedes. /Archiv
Tobias Hänsch von der Kontrollgruppe „Autoposer“ überprüft einen Mercedes. /Archiv

55 Fahrer werden wegen Verhaltensauffälligkeiten kontrolliert. 18 Autos verlieren die Betriebserlaubnis.

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20. August 2018, 16:25 Uhr

Hamburg | Von Freitag bis Sonntag hat die Kontrollgruppe „Autoposer“ in Hamburg erneut Fahrzeuge kontrolliert und dabei insgesamt 55 verhaltensauffällige Autofahrer mit ihren zum Teil unzulässig technisch veränderten Fahrzeugen angehalten und überprüft. Das teilte die Polizei am Montag mit. Folgende Verstöße wurden geahndet:

  • Ein Autofahrer war nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis.
  • Bei 18 Fahrzeugen führten technische Veränderungen zum Erlöschen der Betriebserlaubnis (davon acht Sicherstellungen).
  • Drei Fahrer missachteten das Rotlicht.
  • Sechs Fahrzeugführer benutzten ihr Mobiltelefon während der Fahrt.
  • Zudem wurden sieben Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des Verursachens von unnötigem Lärm eingeleitet.

Einige Verstöße im Detail:

Ein 23-Jähriger fuhr mit seinem BMW 335i (306 PS) mit auffällig lautem Abgasgeräusch durch St. Pauli. Die Beamten stoppten das Fahrzeug auf der Reeperbahn Ecke Zirkusweg, um es zu kontrollieren. Hier stellten die Polizeibeamten eine Manipulation der Abgasanlage fest. Während der Überprüfung versuchte der Autofahrer Beweismittel, einen Unterdruckschlauch mit Schrauben, verschwinden zu lassen. Als dies misslang, verweigerte er die Herausgabe. Die Beamten nahmen ihm den Schlauch daraufhin unter körperlichem Zwang ab. Neben dem Ordnungswidrigkeitenverfahren erwartet den Fahrer eine Strafanzeige wegen des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Die anschließende Messung des Standgeräusches ergab einen Wert von 97,4 Dezibel. Für das Fahrzeug war ein Wert von 81 Dezibel zulässig. Hierdurch war die Betriebserlaubnis erloschen. Das Fahrzeug wurde zum Zwecke der Beweisführung sichergestellt und zum Verwahrplatz der Polizei gebracht.

Ein 41-Jähriger hupte in seinem Mercedes GLC 250 4Matic (211PS) einen zivilen Streifenwagen an, da dieser ihm zu langsam an einer Ampel anfuhr. Danach überholte er mit einem riskanten Fahrmanöver und fuhr die Elbgaustraße mit überhöhter Geschwindigkeit entlang. Er wurde mit 102 km/h anstatt der erlaubten 50 km/h gemessen. Die anschließende Überprüfung ergab zudem, dass er den eingesetzten Polizisten zuerst falsche Personalien, die seines Bruders, genannt hatte. Der Grund: Er fuhr ohne gültigen Führerschein. Gegen den 41-Jährigen wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Ein 36-Jähriger fuhr mit seinem Dodge Challenger Hellcat (717 PS) mit lautem Abgasgeräusch den Felix-Jud-Ring entlang. Die Überprüfung des Neufahrzeuges (erst 900 km Laufleistung) ergab, dass im Fahrerfußraum linksseitig ein Schalter eingebaut worden war, mit dem ein Bypass-System aktiviert werden konnte. Die Abgase wurden dadurch nicht wie vorgeschrieben bis zum Endschalldämpfer weitergeleitet, sondern verließen das Abgassystem bereits lautstark beim Mittelschalldämpfer. Das Fahrzeug wurde sichergestellt.

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