Zwei Euro pro Tag : Autofahrer müssen auf Hamburgs P+R-Parkplätzen bezahlen

Wer in Hamburg einen Park- and Ride-Parkplatz nutzt, muss künftig nicht nur für Busse und Bahnen bezahlen, sondern auch noch für sein Auto.
Wer in Hamburg einen Park- and Ride-Parkplatz nutzt, muss künftig nicht nur für Busse und Bahnen bezahlen, sondern auch noch für sein Auto.

„Abzockerei“: Die CDU kritisiert den Senatsbeschluss. Wer mit Bussen und Bahnen ins Zentrum fährt, soll künftig auch für das abgestellte Auto bezahlen. Die Opposition befürchtet Chaos in Wohngebieten.

shz.de von
22. Oktober 2013, 17:07 Uhr

Hamburg | Hamburgs Autofahrer sollen für das Umsteigen auf Bus und Bahn künftig in die Tasche greifen. Auf den Park- and Ride-Plätzen sollen zwei Euro Parkgebühr pro Tag fällig werden, beschloss der Senat am Dienstag. Eine Monatskarte schlägt mit 20 Euro zu Buche, die Jahreskarte soll 200 Euro kosten.

Derzeit gibt es in Hamburg 49 P+R-Plätze an 40 S- und U-Bahn-Haltestellen mit insgesamt rund 9100 P+R-Plätzen. An vielen Standorten ist die Kapazitätsgrenze bereits erreicht. Entsprechend werden Möglichkeiten und Kosten für den Aus- und Neubau von Stellplätzen an einigen Schnellbahnstationen geprüft. Zugleich sollen einige innenstadtnahe P+R-Plätze geschlossen werden. Sie entsprächen heute nicht mehr dem Ziel, den möglichst zentrumsfernen Umstieg auf die S- und U-Bahnen zu fördern, hieß es.

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion sprach von einer „Abzockerei von Autofahrern“. „Eine kostenpflichtige Nutzung von Park+Ride-Anlagen ist auf jeden Fall der falsche Weg. Er wird nur dazu führen, dass mehr Pkw-Nutzer in die Innenstadt fahren oder aber verstärkt die angrenzenden Wohngebiete ihrer bislang kostenfreien Anlagen zuparken“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher Klaus-Peter Hesse.

Auch die FDP kritisierte den Senatsentscheid scharf: Das neue P+R-Konzept von Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) bestehe im Kern aus Abkassieren der Autofahrer und Stagnation bei den Plätzen, sagte der FDP-Abgeordnete Wieland Schinnenburg.

Die Grünen monierten, dass der Senat die Kombination aus Radverkehr und öffentlichem Nahverkehr ausklammere und keine Konzepte für Bike+Ride vorgelegt habe. „P+R ist nur am Stadtrand sinnvoll“, sagte der grüne Verkehrspolitiker Till Steffen.

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