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Kleiderkammer in Hamburg : Australier spendet 100.000 Jacken für Flüchtlinge

vom
Aus der Onlineredaktion

Ein Unternehmer sah Bilder von Flüchtlingen am Münchener Hauptbahnhof - und spendete. Die ersten 1600 Winterjacken sind in Hamburg angekommen.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 15:31 Uhr

Hamburg | 1600 Winterjacken für Flüchtlinge sind bereits da: Ein australischer Toilettenpapier-Fabrikant hat der Hamburger Kleiderkammer Zehntausende Anoraks für Flüchtlinge gespendet. Die erste Charge traf am Donnerstag am Hamburger Flughafen ein, wie Christian Schad vom Trägerverein der Kleiderkammer Hanseatic Help sagte. „Verpackt in Ballen zu 58 Stück haben wir sie mit einem Laster abgeholt“, freute sich der 47-Jährige. Der Selbstständige koordiniert bei Hanseatic Help als Vorstand die Flüchtlingshilfe.

Die Kleiderkammer ist eines der größten Hamburger Hilfsprojekte für Flüchtlinge. Erst vor wenigen Tagen zog sie von den Hamburger Messehallen in eine Halle nach Bramfeld um.

Dabei sei er zunächst erst mal stutzig gewesen, sagte Schad über die Spende des Honkong-stämmigen Henry Ngai. „Die ganze Kommunikation lief über SMS und WhatsApp, da er nur schlecht Englisch spricht“, berichtet Schad. „Doch als er dann eine Musterjacke schickte, war uns klar, er meint es ernst“, sagte Schad. „Henry ist unser Held der Weihnacht“, sagte er über den Gründer und Direktor der Toilettenpapier-Firma ABC Tissue, der laut Kleiderkammer auch eine Textilfabrik in China betreibt.

Hanseatic Help erhält nach eigenen Angaben 60.000 Kleidungsstücke. „Weitere 40.000 Jacken werden am 25. Dezember per Seefracht direkt an das Deutsche Rote Kreuz versendet“, zitiert die Kleiderkammer Henry Ngai. Anlass für die Spende war für den Unternehmer laut Schad offenbar ein Fernsehbericht über die Ankunft von Flüchtlingen am Münchner Hauptbahnhahnhof. „Es erfüllt mich mit Freude, die Hilfsbereitschaft der deutschen Bevölkerung zu sehen“, sagte Ngai der Hilfsorganisation zufolge. Über die Spende hatten zuvor die „Hamburger Morgenpost“ und das „Hamburger Abendblatt“ berichtet.

Für Hanseatic Help, die den Großteil der warmen Anoraks verteilen soll, ist die willkommene Lieferung eine logistische Herausforderung. „Bedingung war, dass wir die Jacken abholen.“ Unterstützung erhält die Kleiderkammer dabei laut Schad unter anderem von der Reederei Hapag Lloyd, die einen Teil der Lieferung aus China, von der Flüchtlinge in ganz Deutschland profitieren sollen, in sechs Schiffscontainern kostenlos transportiert. Und auch Henry Ngai beteiligte sich schließlich noch am Transport: Damit die erste Charge vor Weihnachten ankommt, schickte er sie mit China Southern Airlines nach Hamburg.

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