Demo und Krawalle am Vorabend zum 1. Mai : Ausschreitungen nach Demo der linken Szene im Hamburg – Polizist wird verletzt

<p>Nach einer Demonstration und einem Open-Air-Konzert werfen Teilnehmer Leuchtkörper, Flaschen und Böller in den Eingangsbereich des S-Bahnhofs Sternschanze, in dem sich eine Gruppe Bereitschaftspolizisten befindet. Unter dem Motto „Breite Solidarität gegen Rassismus und Repression“ fand zuvor die Walpurgisnacht-Demo statt.</p>
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Nach einer Demonstration und einem Open-Air-Konzert werfen Teilnehmer Leuchtkörper, Flaschen und Böller in den Eingangsbereich des S-Bahnhofs Sternschanze, in dem sich eine Gruppe Bereitschaftspolizisten befindet. Unter dem Motto „Breite Solidarität gegen Rassismus und Repression“ fand zuvor die Walpurgisnacht-Demo statt.

Es fliegen Flaschen und Böller, Autos werden zerstört und ein Beamter verletzt: Die Hamburger Polizei sagt dennoch, es sei weitgehend friedlich geblieben. Am Sonntag soll es eine Fortsetzung der linken Proteste geben.

shz.de von
01. Mai 2016, 09:55 Uhr

Hamburg | Sachbeschädigungen, eine Brandstiftung und ein verletzter Beamter - das ist die Bilanz der Polizei nach einer linken Demonstration am Samstagabend in Hamburg. Dennoch sagte Polizeisprecher Timo Zill am Sonntag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: „Insgesamt ist es weitestgehend friedlich geblieben.“

In der Nacht vor und im Laufe des 1. Mai kommt es in der Hansestadt immer wieder zu Ausschreitungen Gewaltbereiter. Brennpunkt ist meist das Schanzenviertel rund um das alternative Stadtteilzentrum „Rote Flora“.

Rund 1800 Anhänger der linken Szene hatten sich am Samstag unter der Parole „Breite Solidarität gegen Rassismus und Repression“ versammelt. Sie zogen vom Schanzenviertel über die Reeperbahn zum „Golden Pudel Club“ am Hafen. Das Szenelokal war im Februar durch ein Feuer beschädigt worden. Die Polizei war bis in die Nacht mit einem Großaufgebot von 1650 Mann im Einsatz, darunter auch Beamte aus Schleswig-Holstein, Bremen und der Bundespolizei.

<center><blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">Positives Fazit von Polizeipressesprecher Timo Zill zum heutigen Einsatz <a href="https://twitter.com/hashtag/hh3004?src=hash">#hh3004</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/3004hh?src=hash">#3004hh</a> <a href="https://t.co/8TGftZ0BxB">pic.twitter.com/8TGftZ0BxB</a></p>&mdash; Polizei Hamburg (@PolizeiHamburg) <a href="https://twitter.com/PolizeiHamburg/status/726552554767835136">30. April 2016</a></blockquote>

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Am „Golden Pudel Club“ sammelten sich die Demonstranten zu einer Abschlusskundgebung. Sie forderten den Wiederaufbau des Szenelokals. Auf Transparenten hieß es: „Burn to be alive“. Anschließend wurde die ruhig verlaufende Kundgebung offiziell für beendet erklärt. Mehrere Hundert Demonstranten zogen nach Angaben von Augenzeugen daraufhin wieder ins Schanzenviertel, wo noch Konzerte und Veranstaltungen stattfanden, etwa an der S-Bahnstation Sternschanze ein „Klassenfest gegen Staat und Kapital“.

Im Schanzenviertel hätten laut Angaben der Polizei später etwa 50 Demonstranten mehrere Bundespolizisten attackiert. Vereinzelt wurden Beamte mit Steinen und Flaschen beworfen. An einer Baustellenabsperrung griff ein Mann einen Polizisten an und verletzte ihn am Bein. Ein 24-Jähriger wurde festgenommen, der laut Polizeiangaben im Verdacht steht, ein Fahrzeug der Bundeswehr in Brand gesetzt zu haben. Unbekannte Täter zerstachen an einem Porsche alle vier Reifen.

Für Sonntagabend ist eine weitere Demonstration der linken Szene unter dem Motto „Klasse gegen Klasse“ am Bahnhof Altona angekündigt. Die Polizei geht von 1000 bis 1500 Demonstranten aus.

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