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Zweijährige in HH getötet : Auslieferung des mutmaßlichen Kindermörders dürfte Wochen dauern

vom

Seine Flucht führte den mutmaßlichen Kindermörder von Hamburg nach Spanien. Nun warten die deutschen Behörden auf die Überstellung des Mannes, der seine zweijährige Tochter getötet haben soll.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2017 | 10:51 Uhr

Hamburg | Die Auslieferung eines Mannes, der in Hamburg seine zweijährige Tochter umgebracht haben soll, dürfte sich einige Wochen hinziehen. Der Mann war am Sonntag in Spanien festgenommen worden.

Mit dem internationalen Haftbefehl, den die Staatsanwaltschaft Hamburg in der vergangenen Woche ausgestellt hatte, sei auch bereits das Ersuchen um Auslieferung nach Deutschland gestellt, sagte ein Sprecher der Behörde am Montag.

Es gebe keine Auslieferungshindernisse. Der 33 Jahre alte Verdächtige sei pakistanischer Staatsangehöriger und werde nicht wegen eines politischen oder militärischen Deliktes gesucht. Dennoch könnten die Formalitäten und die Organisation der Auslieferung einige Wochen dauern.

Der Mann, der seine kleine Tochter in Hamburg umgebracht haben soll, hat vor der Festnahme in Spanien offensichtlich Schutz bei einem Bekannten gefunden. Als die Polizei ihn am Sonntag aufgespürt habe, sei er in Begleitung des Mannes gewesen, der ebenfalls festgenommen wurde, berichtete die baskische Zeitung „El Diario Vasco“ am Montag.

Polizisten aus Madrid nahmen den 33-Jährigen demnach auf offener Straße südlich von San Sebastian im spanischen Baskenland fest. Den ersten Erkenntnissen der Hamburger Polizei zufolge hatte seine Flucht über Frankreich nach Spanien geführt Die zweijährige Tochter des 33-jährigen abgelehnten Asylbewerbers war am Montag vergangener Woche in Hamburg an einer Schnittverletzung am Hals gestorben. Die 32 Jahre alte Mutter war zuvor zur Polizeiwache gegangen, um ihren Mann wegen Bedrohung anzuzeigen.

Die Polizei war einem Sprecher zufolge schon mehrfach wegen häuslicher Gewalt gerufen worden. Als die Beamten diesmal die Wohnung betraten, entdeckten sie das tote Kind. Noch in der Nacht begann die Fahndung nach dem Vater.

Der Mann war der Staatsanwaltschaft bereits bekannt. Gegen ihn war schon ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung an einem Sohn seiner Frau aus einer früheren Beziehung eingeleitet worden. Der Junge habe aber keine körperlichen Schäden erlitten, hatte Oberstaatsanwältin Nana Frombach gesagt. Auch wegen des Verdachts der Bedrohung seiner Ehefrau war gegen den Mann ermittelt worden.

Das Jugendamt im Bezirk Harburg betreute die Familie. Zwei Mal gab es einen Verdacht auf Kindeswohlgefährdung - beide Male habe sich das aber nicht bestätigt, sagte eine Sprecherin des Bezirksamts.

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